Die innere Philosophie der Sprachen

Zur Einleitung

 

 

 Dies ist ein Buch, das - weit entfernt von der empirischen Zufälligkeit - den Bewußtseinsprozeß des Sprachschöpfers, der aller Erfahrung vorausgeht, zu beschreiben versucht.

 

Wir wissen, daß die Seher der vedischen Tradition Indiens ihre Visionen spontan in Laute umsetzten, von einer Bewußtseinsebene aus, die nur wenigen zugänglich ist.

 

Wenn überhaupt vergleichbar, so könnten wir uns am nächsten dazu wohl an den Reflexionen der deutschen Philosophen Fichte, Schelling und Hegel orientieren. In diesem Buch ziehen wir verschiedene Texte Hegels zu Rate.

 

Die spontane Schöpfung der Sprache von den vedischen Sehern her, ihre Anwendung und Tradition, kann man sich vielleicht so vorstellen:

 

 In dem Kontinuum mentalen Geschehens werden einzelne Abschnitte herausgegliedert und mit Merkzeichen belegt - Lauten oder Lautkombinationen.

Diese Merkzeichen, Repräsentanten eines inneren mentalen Geschehens, müssen sich fortan nach außen hin in der Sinneserfahrung bewähren, indem sie ihr Sinn und Halt geben.

So kann es nun sein, daß ein- und derselbe Lautkörper sehr verschiedene sinnlich geprägte Bedeutungen annimmt, weil ja die Lebensumwelt der einzelnen Menschen und Völker beträchtlich variiert. Die innere Logik aller noch so verschiedener Erfahrung liegt also in den Lautkörpern der Sprachen begründet, und umgekehrt, alle sinnliche Erfahrung hilft, die Bedeutung eines Lautkörpers zu finden, die erhabene Vision des Sprachschöpfers wie ein Mosaik nach und nach zusammenzustellen.

 

Jedoch, die Sinneserfahrung, die Sinnesdaten als solche, nehmen gewöhnlich einen Eigenwert an, der den Wortsinn, wie er innen geschaut worden war, mehr und mehr vergessen läßt.

Durch Vergleich aber der so entstandenen Vorstellungen, auf der Suche nach dem Wesentlichen, läutert sich das Vorstellungsvermögen ( Abstraktion ), bis es dem ursprünglichen Sinn und der Fähigkeit des Sprachschöpfers, alles mit allem verbinden zu können, wieder nahekommt.

 

(Im Verlauf des Buches wird klar, daß man sich auf die Bedeutung der einzelnen Laute besinnen muß, die als Buchstaben des Alphabets notiert werden und ungefähr das wiedergeben, was in der Sprachwissenschaft "Phoneme" genannt wird.

Als erstes wird aus der Bedeutungsfülle verschiedener Sprachen der Sinn des Lautes A abgeleitet) :

 

Der allgemeinste Sinn von A ist also sein, existieren, " existieren " im Sinne des lateinischen Wortes " ex-sistere " = " heraustreten, sich herausstellen ". " Heraustreten " woraus ? Was war das Innen-Sein ?

 

Nun, unser Bewußtsein hat zwei wesentliche Richtungen, mehr oder weniger zur Auswahl: Die Richtung nach außen, in die Welt der Dinge, und die Richtung nach innen. Erstere kennt jeder, es ist das allgemeine Interesse an der Welt, unsere tägliche Erfahrung.

 

Die Richtung oder Wendung nach innen jedoch, also Rückzug von der Welterfahrung, von den Eindrücken der Sinne, gelingt uns - wohl auch mehr oder weniger erfolgreich - in der Ruhe des Schlafes, zu unserer Regeneration, zum Abklingenlassen der täglichen Eindrücke, zum Auftanken neuer Kräfte für den folgenden Tag.

 

Nun ist aber die Ruhe - selbst des angenehmsten Tiefschlafes - immernoch eine sehr oberflächliche Ruhe, verglichen mit der Ruhe, die man erfährt, wenn man den Geist auf seinem Weg nach innen wach hält, sodaß er noch tiefere und erholsamere Ebenen der Stille erfahren kann. Dieser Vorgang wird auch genannt " Der Weg zur Mitte, Meditation ".

 

Man erfährt dabei ein Abgleiten in immer subtilere, feinere Zustände von Gedanken, bis man bei dieser zunehmend angenehmeren Erfahrung auch die feinst möglichen, kaum noch wahrnehmbaren Gedanken hinter sich läßt und nun ganz bei sich, ohne einen Gedanken, ohne Außenbezug, im reinen Sein ruht.

 

Hier ist der Geist frei, ungebunden, ganz im Innern, in seiner Heimat, wo er sich wohl fühlt.

 

Weil dies ein Zustand ohne Gedanken ist, ohne ein Etwas, nennt man ihn treffenderweise das reine Sein oder das Nichts. Es ist der Grundzustand des Lebens. Von hier beginnt alles, und hierhin kommt es wieder zurück.

Daß dieser Wechsel von Energie-Auftanken im reinen Sein oder Nichts, und dem darauffolgenden Schöpferisch-Sein oder Tätigsein draußen in der Welt nicht mehr harmonisch funktioniert, ist die schmerzliche Erfahrung unserer Zeit.

 

Das Abstandnehmen vom Grundzustand des Nichts ist also ein Nachaußengehen, der Beginn unserer ( täglichen ) Lebensreise, ein Sicheinlassen auf etwas, einer Absicht folgen, gleich wie ein Unternehmen, eine Firma intelligent geführt werden will und sich bewähren muß. Wir nehmen eine Rolle an, sind irgendwer, an einem Ort, in einer Stellung. Vieles wird uns begegnen.

 

Wir nennen das In-der-Welt-sein auch "Tag" oder "Licht". Hier ist Zeit und Reihenfolge, Verstand, Einsicht, Begriffsvermögen, Annehmen einer Arbeit, Einschlagen eines Weges, hier sind Einflüsse, Räume, Anpassungen. Es kann ein Drängen, Stoßen, Sich-den-Weg-Bahnen geben. Immer aber sollte nie vergessen sein die Bewegung zurück aus der Hektik des Alltags zum stabilen Ursprung des reinen Seins oder Nichts, und von dort wieder gestärkt in die Wechselfälle des Lebens hinaus.

 

A birgt in sich Vergangenheit, Zukunft und immer lebendige Gegenwart. Es ist die fortschreitende Erfahrung, die Suche nach ausreichender Vielfalt und ebenso nach deren Rückführung auf die Einheit eines möglichen Verständnisses, wie eines Wiedererinnerns.

 

A enthält die Richtung des Erlebens, seine Zielsetzung, seine Grenze, die einschränkende Wahl in aller Erfahrung, die Harmonie im Austausch der Lebenswerte.

 

Es ist der Dreh- und Angelpunkt von Vergangenheit und Zukunft, von Endlichem und Unendlichem, von Gebundenheit und Freiheit, von vorübergehend Flüchtigem und gleichbleibend Beständigem, von Zeit und Ewigkeit, von Etwas und Nichts.

 

Es ist wie ein Samenkorn; Geburt, Anfang, Herkunft und Quelle von allem.

 

Alles Hoffen, Zweifeln und Trauern auf dieser Straße des Lebens kommt von ihm - wie ein Reinigungsprozeß, ein Bezahlen für Geschuldetes, aber auch ein Belohntwerden für

Verdienstvolles.

 

Vieles mehr könnte man dazu sagen, aber wir beschränken uns auf das, was aus den oben dargestellten Sprachen abgeleitet werden kann.

 

 

 

(Aus dem Wunsch, das erste Wort des altindischen Rigveda,  AGNI, das gewöhnlich in der Bedeutung "Feuer" wiedergegeben wird, Laut für Laut in seinem wahren Sinn zu erschließen, ergibt sich, nach dem Laut  A  nun den zweiten Laut  G  zu untersuchen.  Seine Bedeutung wird aus verschiedenen Sprachen abgeleitet und führt schließlich zu einer philosophisch orientierten Zusammenfassung, allgemein über den Sinn der Kehllaute (Gutturale:  k, g, ch ...)).

 

 

Exkurs 7      Über den Sinn von " agni " und " gn ".

 


Aus den Wortbedeutungen der Gutturale ( k, g ... ) und des Nasals ( n ) auf den Seiten 99 - 104 in „Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde“ entnehmen wir folgenden Zusammenhang:


Ka bedeutet im Altindischen das Tor vom Absoluten zum Relativen, von Gott zur Welt, das Einfließen von Freude und Intelligenz, die glückliche Fügung für die Lebewesen ( Prajāpati ). Es bedeutet auch "Brahman", das Zugleich von Absolut und Relativ, von Gott und Welt, von "Unveränderlich" und "Veränderlich", von Ewigkeit und Zeit. Von der Verbalwurzel "bṛṃh" abgeleitet meint „Brahman“ "kräftigen, stärken", als "bṛṃhita" soviel wie "vermehrt um, versehen mit".

 

Bezieht man dies auf das menschliche Leben, so hat es die Konsequenz, daß "Absolut"   und  "Relativ" zugleich gelebt werden, daß das Göttliche inmitten der Wechselfälle des Lebens nie verlorengeht, ja daß man darüberhinaus die Dynamik des täglichen Lebens, alle Flüchtigkeit und Unruhe der Welt benützt, um den Gegenpol zu aktivieren, noch tiefere Ruhe, Zufriedenheit, Beständigkeit und Unerschütterlichkeit in das eigene Leben, die eigene Person einfließen zu lassen. Es gibt in diesem Sich-gegenseitig-Aufschaukeln von Dynamik und Ruhe, von Weltbewußtsein und Gottbewußtsein praktisch keine Grenze, weil das Absolute, Göttliche selbst unbegrenzt ist.

 

So wird auch der Sinn von Ka im Altägyptischen verständlich. Ka bedeutet dort        

" Persönlichkeit, Lebenskraft, Lebensgeister, Wille ", auf die tägliche Erfahrung angewandt soviel wie  " ( lebensnotwendige ) Nahrung, Speise ", und als gutturalbesetztes Verbum ag gewissermaßen die göttliche Absicht  " pflanzen, wachsen lassen, aufsprießen lassen ".

 

A ist der erste Ausdruck der Ganzheit, des Absoluten - G oder K seine erste Grenze, der weiteste Horizont. Bis hierhin reicht das Wissen, bis hierher das relative Leben, bis hierher reicht der Plan, reicht die Absicht, reicht die Aussicht, reicht das Denken, reicht die Erwartung, die Schätzung, die Veranschlagung, die Bewertung, die Beurteilung. Diesem Wert muß sich alles nähern, ihn ahnend, ihn vermutend.

( Laotisch: Ka ).

 

Es ist der Grund, das höchste Gesetz, der Lebensraum. In ihm ist der Fortgang des Lebens, ist jegliche Tradition. ( Wig-Mungkan: Aak ).

 

In der gleichfalls australischen Sprache Meriam Mir ist Agud der Name für Gott, wobei unser Wort Gott ja auch aus Guttural ( G ) und Dental ( tt ) sich zusammensetzt, aus innerer und äußerer Grenze.

 

In einer weiteren australischen Sprache, Yalarnnga bedeutet Ka - " nehmen, bringen, tragen ( von Lasten ) und tragen ( von Kleidern ) ". Der Austausch zwischen geistiger Wachheit, d.h. Aufnahmebereitschaft, und der erfahrbaren Mannigfaltigkeit ist ein beiderseitiges Bringen und Nehmen, das " Tragen von Lasten " ist die Tragfähigkeit von Begriffen, d.h. wieviel Wirklichkeit sie erfassen können; das " Tragen von Kleidung " ist die anschauliche Vielfalt, mit der sich ein Begriff darstellt, sich umgibt oder  " bekleidet ".

 

Hebräisch ka ( " wie, ähnlich wie, ungefähr, etwa " ) stellt die Erwartung des Verstehenwollens gegenüber der " befragten " Mannigfaltigkeit dar, eine erwartete Ähnlichkeit zwischen Wissen und begegnender Vielfalt.

 

Biloxi Ka ( = was, irgendetwas ) meint ein erstes für sich bestehendes " Etwas " gegenüber dem Nichts.

 

Vieles des bisher Gesagten ist vereint im Sinn von Lakota ka, nämlich " bedeuten, für etwas halten, betrachten, nach etwas fragen, fordern, verlangen ".

 

Daß Lushootseed káad " Den Mund öffnen " bedeutet, meint sicherlich im Geistigen den Beginn des Erfahrungsvorganges.

 

Aleutisch kad - oder kada - ( = Front, Raum davor, Zeit davor ) meint sicherlich den Fortgang der Erfahrung, des Erlebens - die Zukunft.

 

Ähnlich Maori ka, eine Partikel, die einen Anfang aufzeigt, wobei unser Wort " Anfang " die Vorstellung des " Fangens " nicht mehr besitzt, aber doch als Erfahrung ein " Fangen " bedeutet, ein Exzerpieren eines Teiles der begegnenden Mannigfaltigkeit in progressiver Richtung, in einer neuen Begegnung oder Konfrontation.

 

Babylonisch-assyrisch kā vereinigt in sich die Momente des Planens in der Zeit: Die Fakten der Vergangenheit ( " so wie vorhergeht " ) mit ihrer Konsequenz ( " so wie folgt " ) und unter Berücksichtigung dieser Daten ( " unter diesen Umständen " ) den Entwurf der Zukunft ( " unter diesen Umständen, nunmehr,“ letzteres als ein Mehr, ein Darüberhinaus),

 

in der Berbersprache Tuareg ein " Übertreffen, Hinausgehen über, ein Vergehen und Verschwinden des Bisherigen, ein Vorbeigehen, eben ein Geschehen, ein " Auf - der - Durchreise - Sein ", ein stets waches Werden ( = aki ), wobei das - i von aki ein Darüberhinaus anzeigt   ( aki bedeutet auch " zu sehr, zu viel " ), während ak noch den Zustand des verweilenden Planens festhält ( ak = Ist es so ? Ich frage mich ...

ob ? ).

 

Wer den auf den Seiten 93/94 beschriebenen sinnvollen Fortgang der Gutturale von H zu G zu K im Hebräischen vervollständigen möchte, sei auf die Beschreibung der Gutturale des Tuareg - Berberischen auf Seite 97 aufmerksam gemacht, hier herbeigeholt.  (Alle Seitenzahlen beziehen sich auf mein Buch  "Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde") :

 

ah = sein in / innerhalb / inmitten ahamul = Merkmal; Vorzeichen                                      

ahanay = Sicht, das Sehen, Sehkraft ahar = verpflichtet sein, zu; müssen

aharet = Sache ahaz = sich nähern, nahe sein von

ahen = befestigen, befestigt werden aher = sich zusammenschließen, - passen

aher = Spur

 

aga = Schöpfeimer agey = befestigen

agna = Art, Wesen, Bevorzugung agu = vorbereiten, anbieten, bereit sein

aggu = oberhalb sein, betrachten aggad = Vorsichtigkeit, Sparsamkeit

agadir = Umfriedung, befestigter Speicher agdu = gleich sein, übereinstimmen

agdu = genügen

 

ak = Ist es so? Ich frage mich ... ob? akk = höher gelegen sein

akayad = Prüfung, Aufmerksamkeit akal = Land, Gegend, Gebiet; Boden, Sand

akey = entfernt vorbeigehen, umgehen akel = treten auf, betreten

akerrud = Garbe, Bündel, Paket, Ballen akerrus = Bauwerk

akku = gehen zu, besuchen akru = Koagulation, Gerinnen

akrus = Konstruktion, Reglement aki = zu sehr, zuviel,

aki = vorbeigehen, übertreffen, hinausgehen über; vergehen, verschwinden; auf der Durchreise sein; geschehen; wachen, schlaflos sein.

 

Dies ist in seinem Zusammenhang so zu verstehen:

 

Das erste Moment des Erfahrens oder Erlebens ist das Ruhen der Aufmerksamkeit inmitten der begegnenden Vielfalt ( ah = sein in / innerhalb / inmitten ), das Inter-esse.   Hierauf, zum Beginn des Verstehens, erfolgt ein Vergleich ( n ) und Ausgleich zwischen der Erwartung des Wissenwollens und der Eigenrealität der begegnenden Vielfalt, beide Momente notiert in            

a h a n a y   ( = Sicht, das Sehen, die Sehkraft ).

 

Es ist ein Befestigen, ein Befestigtwerden ( ahen ) der flüchtigen Mannigfaltigkeit, ihre Zusammenfassung zur Einheit eines Dinges, einer Sache ( aharet ), wobei aharet das Ende, die letztgültige Grenze ( t in aharet ) des Sich-Zusammenschließens und Zusammenpassens    ( aher ) der Vielfalt ist, was - als letztgültige Grenze und schließliche Einheit - auch durch   a g d u ( gleichsein, übereinstimmen ) notiert wird.

 

Dieses Sich-Zusammenschließen und Zusammenpassen heißt im Altindischen sasāra  ( = Zusammenfluß, als Wesenszug der Welt ), ein Sichnähern, Nahesein

( Tuareg: ahaz ). Man hat in der Regel keine Möglichkeit, das zu verhindern ( ahar = verpflichtet sein, müssen ), weil man im Leben und Erfahren Sinn erwartet. Man sucht nach Merkmalen, Vorzeichen ( ahamul ). Man kann diesen Vorgang des Suchens und Sinnerwartens als das Interesse des Individuums bezeichnen, seine Lebensspur ( aher = Spur ).

 

So ist das ganze Leben ein Vorbereiten, ein Anbieten, ein Bereitsein ( agu ).

 

Die Begrifflichkeit, die ein Mensch zur Verfügung hat, um Welt und Wirklichkeit zu erfassen, ist gewissermaßen sein " Schöpfeimer " ( = aga ) gegenüber der Welt, gelenkt von seinem Interesse, was er bevorzugt, was eben sein Wesen ist, seine Art

( = agna : Das Auge ( ag ) des Vergleichs ( n ) ; d.h. zwischen der Erwartung ( dem " Wissenwollen " ) und der befragten äußeren Mannigfaltigkeit, also inmitten dieser Beziehung von Subjekt und Objekt fließt die absolute Intelligenz ein, die höher ist als unsere bisherige Begrifflichkeit und uns neue Erkenntnis bringt, Neues erschließt, und die wir dankend hinnehmen müssen, die von uns nicht kontrolliert werden kann, eine Gabe, die jeden, der dies erkannt hat, zu Bescheidenheit gegenüber diesem Höheren zwingt ).

 

Es ist der Aufstieg im Leben ( aggu = oberhalb sein, betrachten; akk = höher gelegen sein ), ein schrittweises und wohlbemessenes Vorankommen ( aggad = Vorsichtigkeit, Sparsamkeit; agdu = genügen ), eine Aufmerksamkeit, die man auch als Prüfung ( = akayad ) bezeichnen kann, ein wiederholtes Betreten ( akel ) von Neuland, aber kein Überflutetwerden von Eindrücken, sondern ein Voranschreiten in wiederholter Selbstsetzung und Ruhe ( akru = Koagulation, Gerinnen ), ein Weg des Sammelns, Bündelns ( akerrud = Garbe, Bündel, Paket, Ballen ), umfriedet, ein befestigter Speicher ( agadir ), ein Bauwerk ( akerrus ).

 

Im Folgenden gibt es Dreierlei zu unterscheiden:

 

1. Ag oder Ak = der Plan                                                                                                  

2. i = Zeit, Raum; die zukommende Realität                                                                         

3. n = Zwischen  1.dem Plan, der Erwartung    und     2.der Zeit- und Raumrealität, dem Zukommenden,  besteht eine Beziehung , nämlich n = der Vergleich.

 

Während Ag oder Ak, der Plan, vor oder außerhalb der Welt besteht, als " Gott bei sich ", vor und außerhalb der Schöpfung, bedeutet i ein Involviertsein in die Welt, in Raum und Zeit.

 

Der Einfluß des Plans auf die Welt ist unbestritten, wenn er sich auch gegenüber der Welt erst durchsetzen muß und sich auf intelligente Weise - auf dem Weg des geringsten Widerstandes - verwirklicht.

 

Hat aber umgekehrt die Welt einen Einfluß auf den Plan? Ja und Nein. Ja, weil der Plan natürlich sich auch an der Welt orientiert, auf Gegebenheiten Rücksicht nimmt. Nein, weil bestimmte Minimalziele auf jeden Fall erreicht werden, und weil Gesetze bestehen, die das Leben automatisch leiten.

 

Aus dem Sumerischen haben wir darum den Begriff NAM als das unveränderliche Schicksal und TAR als das vom Menschen gestaltbare Schicksal.

 

Die Kluft zwischen dem Plan und der äußeren Realität, zwischen Gott und der Welt wird durch n, den Vergleich überbrückt.

 

Wie ist nun der Einfluß des n, vermittlend zwischen Plan und äußerer Realität, zwischen Gott und der Welt zu beschreiben?

 

Nach Ahtna - Athabaskan, einer nordamerikanischen Indianersprache, ist n als das Tun Gottes gegenüber der Welt, seine gestaltende Kreativität ein verteilendes Schauen. Es entstehen Plätze, Orte, separate Zwischenräume. Positionen werden eingenommen. Es bleibt ein Spielraum von Zufall und Ungenauigkeit. Progressive Gesetze sorgen für Ausdehnung und Erweiterung. Es gibt ein Überqueren von Räumen, ein Suchen und Finden, ein Ankommen, eine Bewegung, die man ein Hinab nennt, und die Rückkehr aus ihr; ein erneutes Beginnen, ein Ringsum - Verteilen, ein Ringsum - Gehen, eine Art       " Rundreise ".

 

Es kann Übereinstimmungen und Dissonanzen zwischen Plan und äußerer Realität geben, zwischen Gott und Welt.

 

Dissonanzen werden gelöst durch das Einströmen von Intelligenz aus dem absoluten Seinsgrund, ein Einströmen in die Beziehungen zwischen Gott als Person und dem Zustand der Welt, eine immer waltende Harmonisierung, ein Ausgleich, eine Lösung.

 

Den absoluten Seinsgrund mag man als einen unüberbietbaren höchsten Computer betrachten, zu dem alle Wesen - in unterschiedlichem Grade - Zugang haben. Er zählt, berechnet, schätzt, erwägt, berücksichtigt. Es ist ein Zustand von unüberbietbarer Dichte, ein Alles in Allem. So wird es in der Indianersprache Seri ( Tiburon Island, Mexiko ) und im Altindischen beschrieben.

 

All dies oben Dargestellte bestätigt eindrucksvoll, daß unsere Begriffe - für die Gutturale ( k, g ... ) als innere subjektive Grenze und der Dentale ( t, d ... ) als äußere objektive Grenze u.a. gut gewählt wurden, und daß die Sprache - für sich genommen - die Geschichte des Lebens ist, die logische, für alle Zeiten gültige Geschichte.

 

 

 

Nahuatl   ( Uto - Aztekisch )

 

Nahuatl, die Sprache der Azteken, wird auch heute noch von mehr als 1 Million Menschen in Mexiko gesprochen. Diese einst als Lingua Franca in Mittelamerika vor der Zeit der spanischen Eroberer weit verbreitete Sprache besitzt erkennbare Entsprechungen zu den altindischen Verbalwurzeln TAR TARJ TARD TARP TARH 1.DAR 2.DAR DARP DARBH DARŚ DARH und weitere Parallelen im gesamten Wortschatz, der entnommen ist: Frances Karttunen: An Analytical Dictionary of Nahuatl. Austin, Texas 1983.


Zur inneren Philosophie des Nahuatl :

In Exkurs 4 von  Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde  wurde der Sinn des ersten Rigveda-Wortes AGNI Laut für Laut erklärt: Daß überhaupt etwas vorhanden ist, wenn auch undifferenziert (A), daß es sich begrenzt, einen äußersten Horizont annimmt, in dem das ganze zukünftige Werden definiert, geplant, beschlossen ist (G), daß diesem inneren Plan ein Äußeres gegenüber steht, an dem er sich bewähren muß (I), daß also eine Verbindung zwischen dem inneren Plan und der äußeren Realität, ein vergleichendes und harmonisierendes Element zwischen Innen und Außen gegeben sein muß (N), welch alles wir auf die Kurzformel für

A – G – N – I gebracht haben:                

Das Unendlichesich begrenzendin Vergleichensich fortpflanzend.

Das zweite Wort des Rigveda, ILHE, das in den Wörterbüchern, mehr ratend als wissend, mit „preise ich“ übersetzt wird, haben wir mit hebr. Elohim gleichgesetzt, genau etwa so:             

e l o h i m                                                                                                    

i  l    hyam    „zu loben, zu preisen“. Ich habe es mit „anzuerkennen, ernst zu nehmen“ wiedergegeben, sodaß der erste Sinnabschnitt des Alten Testamentes so lautete:

 

Ein Äußeres sei - Ein Äußeres (ist gegeben) - Es sei anzuerkennen, ernst zu nehmen.

 

Damit haben wir ein wichtiges Prinzip von Elohim erkannt, nach dem das Leben in unserem jüdisch-christlichen Kulturkreis abläuft, eben unsere Lebensweise, unsere Lebenserfahrung ist.

 

Buddha erkennt das Äußere, weil es das Flüchtige, Veränderliche ist, nicht als eigentliche Wirklichkeit, als Realität an, und steht so in seiner Erkenntnis über dem Schöpfergott, Brahmā, was er diesem auch eindrucksvoll demonstriert (Majjhima Nikāyo, Cūlayamakavaggo, Brahmanimantanikasuttam im Sutta Pitaka - Korb der Lehrsätze).

 

Elohim wird im Exkurs 8 des Buches  Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde  genauer beschrieben; wie es - lautlich etwas verändert - als Wortwurzel auch in Sprachen außerhalb des Hebräischen vorkommt (p. 380 / 381), als der Logos-Begriff im Neuen Testament (p.384, 385), und aus dem Hebräischen selbst (p.385,386).

Im altindischen Rigveda beginnt es als zweites Wort, den Sinn und das Wesen des ersten Wortes AGNI zu beschreiben.

 

Hierzu gibt auch die Nahuatl-Sprache, in den Wortbestandteilen LATERAL (l) – GUTTURAL    (c = k, h … ) eine sehr schöne und aufschlußreiche Darstellung:

 

(I)LCAHU(A) etwas vergessen                                                                                        

Wenn der Plan, das innere Wissen, sich an der äußeren Mannigfaltigkeit versuchend bewähren will, nimmt er das Passende in sein Konzept auf, das Ungeeignete läßt er los, vergißt er.


(I)LCHĪN(A) etwas aufsaugen                                                                                             

Der Plan, das innere Wissen, nimmt die geeignete Mannigfaltigkeit auf.


(I)LHUIĀ an Stärke, Gewalt wachsen                                                                                 

Dies ist der Zweck der Erfahrung, der kommunikativen Begegnung von Innen und Außen.


(I)LHUIĀ bei sich Rat suchen, sich beschweren, etwas zu jemanden sagen, jemandem etwas enthüllen.                                                                                                      

Das innere Wissen konsultiert seinen eigenen am Äußeren gewonnenen Erfahrungsschatz, es legt eine Unausgewogenheit dar, es pflegt Kommunikation nach außen, informiert.


ILHUICA-TL Himmel                                                                                                          

Der Wortbestandteil HUICA bedeutet „Zur Zusammenkunft von Menschen, verheiratet zu werden, etwas nehmen oder tragen, andere begleiten“ und verweist auf Elohim, die Art und Weise, mit anderen Menschen verantwortungsvoll zusammen zu leben, nach den Gesetzen des Himmels.


ILHUICEH viel mehr, ganz besonders                                                                                 

Die Wendung nach außen dient der Erweiterung, Bereicherung.


(I)LHUIL-LI Verdienst, angemessene Belohnung                                                                  

Aus der Wendung nach außen: Der Lohn der Mühe und Arbeit.


ILHUI-TL Tag, Festtag, Ferien                                                                                            

Dies scheint seiner Kürze nach das Grundwort für ILH, ILHE; ELOHIM zu sein und das Reine und Wesentliche des Lebens zu bezeichnen: Das Leben als lichter Tag, Fest und Feier.

 

Nahuatl ergänzt den überwiegend in den Exkursen 4 und 7 dargestellten Sinn des ersten Rigveda-Wortes AGNI sowie dessen ersten Teiles AG und der einzelnen Laute  A, G, N, I :

 

Wir haben AG oder AK, generell die Sequenz A – Guttural, als den Mund Gottes oder des Bewußtseins bezeichnet, sprechend, sich ausdrückend und andererseits aufnehmend, empfangend, erfahrend, Eindücke empfangend.

 

Folgende Nahuatl-Wörter tragen ergänzend zu diesem Sinne bei :

 

AQU(I) eintreten, einpassen                                                                                            

AQUIĀ an etwas anpassen, passend machen, (an-, ein-)pflanzen (lassen)                        

ĀAQU(I) eingeweicht sein (Die zur Erfahrung bereit stehende Mannigfaltigkeit „geschmeidig“ und „flüssig“ gemacht, dem eigenen Auffassungsvermögen angepaßt, „gefügig“ gemacht).

 

Dieser Sinn liegt auch in folgenden Wörtern, wobei die Mannigfaltigkeit, als ein Äußeres, durch die Laute T gekennzeichnet wird :                                                                                   

ĀTIC etwas  Einge-, Zer-schmolzenes ( C = nhd. k)                                                          

ĀTIY(A) (ein-, zer-)schmelzen                                                                                            

Ā-TL flüssig, Wasser (Letzteres verstehbar auch als „Was-heit“)                                       

ĀTECAX(I) Behälter, in dem Schmutz gemischt ist. (X = nhd. sch) - Die Erfahrung, die Eindrücke als Verunreinigung des klaren Bewußtseins aufgefaßt.                                                     

ĀQUIĀ          bekleidet werden, Kleidung anlegen (Sinneseindrücke, die dem Begriff die - für uns Menschen - notwendige Anschaulichkeit verleihen).                                                     

ĀXCĀCO           Besitz, Eigentum (die gespeicherte Erfahrung)                                                

ĀXCĀ(I)           Besitz, Eigentum (die gespeicherte Erfahrung)


In Erweiterung von AG oder AK zu ai. AK (erreichen, durchdringen, umfassen, anhäufen) und AKA (Auge, Sinnesorgan, Sinneswahrnehmung, Seele, Wissen, religiöses Wissen) :

 

AHXILIĀ (X = nhd. SCH) etwas völlig zu wissen bekommen                                             

AHXILTIĀ bilden, vervollständigen, etwas an seinem Platz sehen (richtig eingeordnet).


Die Gutturale (K, G, H … ) als innere, subjektive Grenze :

 

AH - nicht, un - (Unzugehöriges ausgrenzend); vgl. auch ai. a - = nicht- .                         

AHCAN nirgendwo (A-C-N = A-G-N-(I); -CĀN = an einem Ort, zu einer Zeit, an einem Punkt. Von AGNI kann man nicht sagen, er sei irgendwo, an einem Ort, zu einer Zeit, an einem Punkt. Vielmehr ermöglicht und erschafft er Räume, Zeiten, Orte. Andere Interpretation: Das „Nicht“ (AH) an einem Ort, zu einer Zeit, an einem Punkt (-CĀN) - Siehe unten, zur Bedeutung und Funktion des N ! )


ĀCH „möglicherweise, man weiß nicht“ könnte zu AG (Plan, Erwartung, Vermutung, Raten) gehören, (CH = nhd. TSCH),                                                                                       

ACHI „Stückchen, Bißchen“ Erfahrungseinheit, entspricht wohl 1 Bit der Informationstechnik.


AHCO (über, oberhalb) und AHCOPA (aufwärts, nach oben) bedeuten eigentlich „Im (CO) Nicht, inmitten (CO)des Nicht“, bzw. „In der Richtung (PA) zum Im-Nicht oder Inmitten-des-Nicht sein“. Zusammen mit AHNO ( = keiner von beiden) beschreiben sie die Kreativirär des N zwischen AG, dem Plan, der Wissenserwartung, und I, der zukommenden Äußeren Realität im Wort   A – G – N – I,   den Aufwärtsweg des Äußeren, der Materie, angeregt durch das Innere, den Plan.

Diese Kreativität des N, der Austausch zwischen Innen und Außen, zwischen Erwartung und Realität, wird in Exkurs 4, s. 98.99, und Exkurs 7, s. 172,173 dargestellt in  Die gemeinsame Wurzel aller Spraachen des Planeten Erde, etwa wie folgt:


Die Kluft zwischen dem Plan und der äußeren Realität, zwischen Gott und der Welt wird durch n, dem Vergleich überbrückt. Wie ist nun der Einfluß des n, vermittelnd zwischen Plan und äußerer Realität, zwischen Gott und der Welt zu beschreiben? Nach Ahtna - Athabaskan, einer nordamerikanischen Indianersprache, ist n als das Tun Gottes gegenüber der Welt, seine gestaltende Kreativität ein verteilendes Schauen. Es entstehen Plätze, Orte, separate Zwischenräume. Positionen werden eingenommen. Es bleibt ein Spielraum von Zufall und Ungenauigkeit. Progressive Gesetze sorgen für Ausdehnung und Erweiterung. Es gibt ein Überqueren von Räumen, ein Suchen und Finden, ein Ankommen, eine Bewegung, die man ein Hinab nennt, und die Rückkehr aus ihr; ein erneutes Beginnen, ein Ringsum - Verteilen, ein Ringsum – Gehen … usw.


Ähnlich und ergänzend die Bedeutungen der Wortsippe no – in Nahuatl :

NO; NŌ also NUHMAH spontan, noch immer                                                            

NŌHUIYĀMPA überall hin, von überall her                                                               

NŌNŌQUIĀ (be-)streuen, (be-)sprengen, ausstreuen, verstreuen, ausschütten             

NOHMAH persönlich, in Person, selbst                                                                          

NŌN-TLI ein Stummer (das neutrale, ohne Eigenwillen vermittelnde Element, nahuatl AHNO = keiner von beiden)                                                                                                  

NŌNŌTZ(A) mit sich zu Rate gehen, verkehren mit, um Rat fragen, zu einer Übereinstimmung kommen, warnen, belehren, verbessern, andere informieren, Dinge miteinander in Beziehung bringen.                      

NOMATI es scheint, daß … , ich denke, daß … .                                                               

NŌYUH in der selben Weise                                                                                        

NŌNCUAH einzeln, getrennt                                                                                            

NŌZO oder, entweder … oder                                                                                         

NOCH(I) alle, alles                                                                                                

NOCHEHHUĀ alle zu einem Satz von Dingen Gehörigen, etwas Homogenes und ganz und gar aus einem Einzigen Bestehendes                                                                          

NŌHUIYĀNYOH etwas Gemeinsames, Universelles                                                           

NŌCUĒL wieder ( > zyklischer Verlauf )

 

 

 

Tuscarora

 

Die Tuscarora sind ein nordamerikanischer Indianerstamm, zu der Sprachfamilie der Irokesen gehörig.  Sie siedeln heute auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten von Amerika in den Staaten Nord Carolina, Pennsylvenien, New York, und in Ontario, Kanada.  Ihr früheres Siedlungsgebiet war Virginia und Nord Carolina, an den Flüssen Tar, Pamlico und Neuse.

 

                                                FORTSETZUNG  FOLGT

 

 

 

Baskisch

 

Das Baskische spiegelt die Philosophie, Theologie, Spiritualität, oder wie immer man es nennen mag, des Anfangs der Genesis im Alten Testament, aber auch der ersten Worte des altindischen Rigveda erstaunlich genau wider.  Man findet diese Spiritualität nicht in den üblichen und bekannten Übersetzungen der heiligen Schriften  -  bei weitem nicht  -  sondern nur nach einer exakten sprachlichen Analyse, im Hebräischen ebenso wie im Altindischen, bereichert aber durch die Kenntnis der entsprechenden Lautungen in anderen Sprachen.

Denn alle heutzutage gesprochenen oder historisch bekannten Sprachen sind nur noch unscheinbare Splitter einer vollkommenen ersten Sprache, aus der sie sämtlich, sich vereinfachend, nach und nach hervorgegangen sind.

Die heiligen Schriften sind aber alle aus der Universalschau dieser ersten vollkommenen Sprache heraus verfaßt worden.  Sie sind aus der Kenntnis nur einer einzigen oder nur weniger Sprachen heraus  nicht mehr zu erschließen, seien es auch das Altindische oder Hebräische, in ihrem heute noch bekannten Wortschatz.  Darum stellen ihre Übersetzungen nur noch völlig unzumutbare Zerrbilder des eigentlichen und wahren Gehaltes der Texte dar.

 

Wir zeigen dies, rekonstruieren den wahren Gehalt, und demonstrieren gleichzeitig seine erstaunlichen Entsprechungen im Baskischen.

 

                                             FORTSETZUNG  FOLGT