Die historischen und logischen Wurzeln des Lebens

 

Sprache ist älter als alle Religionen und Weltanschauungen.  In den Anfangsgründen der Sprache ist alles geplant und festgehalten.  Sprache enthält die Total-Information über alles, was war, was ist, und was sein wird.  Alle mehr als 7000 heute bekannten Sprachen der Erde sind aus einer ersten, logisch vollständigen und bis ins letzte Detail bewußten Ursprache hervorgegangen, die ganzheitlich-göttlich inspiriert war und in ihrer Genialität selbst von der gewaltigen Summe Tausender unserer heutigen Sprachen nicht im Entferntesten erreicht werden kann.

Der Urgrund der Sprache, woraus sie hervorgegangen sein muß, ist in seiner Tiefe unauslotbar und völlig unerschöpflich, eine unermeßliche und grenzenlose Fülle.

Die vedischen Seher Indiens erfassen deren ersten Ausdruck auf der subtilsten Ebene ihres Bewußtseins und bannen dessen Wahrnehmung in einen strukturierten Fluß geordnet-koordinierter Laute, der im Gedächtnis behalten und lange Zeit von Generation zu Generation mündlich weitergereicht wurde, als pures Wissen, der Veda.

Später wurde die Summe all dieser Überlieferungen geordnet, redigiert und schriftlich aufgezeichnet. Sie liegt uns jetzt vor als Essenz und die ihr anhängenden mehr oder weniger weitläufigen Erklärungen, als die sogenannte Vedische Literatur Indiens, der reichhaltigste Literaturschatz unseres Planeten.

Alle unsere heiligen Bücher und Texte, seien es im Detail der altindische Rig-Veda, die Bibel, der Koran, oder welche auch immer, wurden letztlich aus der allerersten, göttlich inspirierten Sprache geschöpft und offenbart.  Sie enthalten an Sinn und Inhalt ein Tausendfaches mehr als die uns heute bekannten Darstellungen und Übersetzungen wiedergeben können.

Die Sprache in der begrenzten Anzahl ihrer Laute enthält die Grundlogik allen Seins und Lebens, allen möglichen Geschehens, das sich mühelos, so grenzenlos weit es auch reichen mag, in diese Grundlogik einordnen und durch sie auch vollständig und durchgehend erklären und begreifen läßt.

Dies wollen wir im Folgenden beispielhaft an dem Titel und Inhalt dieses Textes zeigen:

Die historischen und logischen Wurzeln des Lebens.

 

"Historisch" - aus den griechischen Ursprungswörtern ͑ιστορία - ͑ιστορέω - ͑ίστωρ - ͑ιστός - στόρνυμι ( historia - historeo - histor - histos - stornymi) abgeleitet - meint ein Gewebe, auf einem Webstuhl ausgebreitet, hingebreitet.

 

Von dieser konkreten Beziehung befreit meint es das Gewebe eines strukturierten Geschehens, eine Geschichte, eine Geschichtserzählung, einen Hergang, geleitet von Sachverständigen, von Schiedsmännern, von Schiedsrichtern, von Zeugen und Mitwissern, kundig, wissend, in stetem Nachforschen, in fortwährender Erkundigung, in immer neuer Kunde und Kenntnis, eine Wissenschaft der Erfahrung, des Kennenlernens, in unmittelbarem Kontakt, fragend, befragend, berichtend und erzählend.

 

Als Ausbreiten, Hinbreiten, Hinstrecken ist es ein Auseinander von Vielem.

 

Es ist nicht nur ein Ebnen und Bahnen aus der Hand Kundiger und Wissender, sondern es ist auch ein Herabstimmen aus einem hohen Bewußtsein in Niederungen des Daseins hinein, das Überdecken und Bestreuen eines reinen, heiteren und sorgenfreien Bewußtseins mit Inhalten, die es belasten und ihm Mühe, Qual und Anstrengung aufbürden.

 

"Logisch" meint - aus den griechischen Ursprungswörtern λέγειν und λόγος (legein - logos) abgeleitet - das Gegenteil und die Ergänzung zu "Historisch", nicht Ausbreitung, ein Auseinander von Vielem, sondern ein Zueinander, das Sammeln, das für sich Sammeln und Einsammeln dieser Vielen.

 

Der eigenen Meinung folgend ist es zunächst ein Auswählen, dann ein Auflesen, ein Dazuzählen, ein Darunterrechnen, zur Kontrolle der Vollständigkeit ein Überzählen, sich Zählen, nach erkannter Vollständigkeit ein Benennen und Nennen. Nun kann man daran glauben, die Wahrheit oder Zutreffendes zu sagen, recht zu haben ; man kann erklären, behaupten, Rat geben, kann versprechen, verkünden, erzählen, schildern, kann auch befehlen oder auffordern, oder etwas beantragen.

Soviel aus dem Wort legein.

 

Aus dem Wort Logos geht hervor, daß zunächst eine Erwartung besteht, oder auch ein Auftrag, ein Zweck zu erfüllen ist, einer Verheißung folgend, oder einem lange gehegten Plan, unter Berücksichtigung eines vorgegebenen Verhältnisses, einer vorgegebenen Proportion, einer Kunde, einer Überlieferung.

 

Denkvermögen, Denkkraft und Vernunft werden ins Spiel gebracht, Beweisführung, Schlußfolge und letztgültiger Schluß. Eine Art und Weise des Vorgehens wird erwogen, wohl begründet, nach Prüfung und darauffolgender Einsicht, nach Austausch von Ansicht und Meinung, nach Rechnung und Berechnung, wenn aller Vorwand, alle Ausrede, wenn alle Ausflüchte beseitigt sind, der Schein aufgehoben, alles Geschwätz verstummt, jedes leere Wort entlarvt, der letzte Beweis erbracht ist, alle Bedingungen erfüllt sind, das Thema erschöpft ist, alle Fragen geklärt sind, die Sache fest umrissen ist.

 

Nun kann man die Verantwortung übernehmen, zu einem letzten Entschluß kommen. Das Wesen der Sache ist erkannt. Ihre Bedeutung wird eingesehen, ihr Wert, ihr Rang. Alles ist auf den Punkt gebracht.

 

Es ergeht ein Befehl, ein Gebot wird erlassen, ein Gesetz wird geschrieben. Definitionen werden aufgestellt, Begriffsbestimmungen erfolgen. Worte werden gefaßt, alles findet seinen Ausdruck.

 

Man spricht es aus, erklärt es : Grundsätze, Lehrsätze. Beratungen erfolgen, Unterweisungen, Belehrungen. Reden werden gehalten. Gespräche ergeben sich. Es kommt zu Unterredungen, zu Unterhandlungen, und alles wird Geschichte, Ereignis, Vorfall.

 

 Um uns - nach dem Griechischen - nun der überlegenen Intelligenz der ERSTEN SPRACHE zu nähern, beschreiben wir zunächst den Bewußtseinsstand der zu unserer Zeit als hochintelligent bekannten Idiome, danach den Sinnreichtum unserer ältesten Sprachen.

 

Dies alles zum Begriff des Lebens, mit seinen Momenten des Historischen und des Logischen.

 

Der gesamte Sprach- und Wortschatz, den wir dabei berücksichtigen, für jede einzelne Sprache, wird gesondert vollständig aufgeführt.

 

 

Wir führen eine Liste, hier einleitend zur Übersicht, über alle Sprachen, die im weiteren Verlauf beschrieben werden, zunächst der Sprachen, die mit Recht als die intelligentesten gelten, dann der Sprachen, die wir ihrem Lautbestand nach, aber auch in ihrem Wortschatz als die ältesten der Erde kennengelernt haben.

Beide Gruppen zusammen werden einen Eindruck vermitteln, welcher ursprünglichen Intelligenz alle unsere mehr als 7000 Sprachen entsprungen sind ;  ich sage, einen Eindruck, denn die ganze Genialität des Ursprungs wird für uns immer unfaßbar bleiben, wie alles Grenzenlose und Unendliche.

Stoff und Materie ist es, was wir rekonstruieren können, begrenzten Ausdruck, niemals aber das hinter aller Szene verborgene unmanifeste Unendliche.  Wir schöpfen aus ihm, unbegrenzt, aber es war, ist, und bleibt unfaßbar in seiner Dimension,  unsere niemals versiegende segensreiche Quelle.

 

Hier also zunächst die Liste der zu betrachtenden intelligentesten Sprachen der Erde, wie sie von hier an nun - bis zu einem sinnvollen Abschluß - fortgeführt werden wird :

 

Altindisch  ( Vedisch und Sanskrit )    -    Hebräisch    -    Arabisch    -    Dravidisch  ( Die Sprachen der Urbevölkerung Indiens )    -    (Weiteres folgt)

 

ALTINDISCH     ( Vedisch und Sanskrit )

 

Auf der Suche nach dem tiefsten Wortsinn analysiert und interpretiert Sokrates - in Platons Dialog "Kratylos" - seine, die griechische Sprache, indem er Gleichlautungen verschiedenster Wörter zu deren Deutung heranzieht. Dies alles nicht ganz ernsthaft, wie überhaupt die Dialoge Platons mehr zu seiner Selbstunterhaltung geschrieben sind - die eigentliche Lehrtätigkeit fand ja in der "Akademie" statt, mit strengen mathematischen Aufnahmebedingungen.

 

Dennoch bleibt zu bemerken, daß Sokrates wohl eine durchgängige, bis ins Detail reichende, sinnvolle Beziehung zwischen Laut und Bedeutung vermutet hat, und so wie er, auch viele Sprachkundige oder Sprachempfindsame in vielleicht allen Völkern der Erde.

 

Unsere modernen Sprachen sind  nach dem Durchlaufen langer Zeiten großenteils so sehr verändert, daß man komplizierteste Überlegungen anstellen müßte, um eine sinnvolle Entsprechung von Laut und Bedeutung noch exakt feststellen zu können.

 

Dennoch, es gibt sie, und man findet sie in älteren Sprachen, wie auch hier im Altindischen.

 

Wir benützen sie, um unmittelbar aus dem Wesen der Sprache heraus zu untersuchen, was man unter "historisch" und "logisch" zu verstehen hat. Denn Historie und Logik prägen unser Leben weitgehend. Die Historie bietet die traditionell überlieferte Vielfalt, aus der wir dann im logischen Sinne, unserem persönlichen Interesse folgend auswählen, ordnend sammeln, und alles in Worten festhalten, notieren, um es unseren Nachkommen wiederum als Historie weiterzureichen.

 

 

So seien nun Historie und Logik dargestellt, als Wurzeln unseres Lebens, wie sie in Laut und Bedeutung der altindischen Sprache - deren innerem Aufbau nach - von uns zu entnehmen sind.

 

 

 

Historie

 

 

Wie Sterne, als hingestreute und fixierte Vielfalt dem Betrachter erscheinend, bis in die Tiefe des Universums reichen und uns eine Unendlichkeit vor Augen stellen wollen, so präsentiert uns die überlieferte Lebenserfahrung, die wir "Historie" nennen, in weite Räume der Vergangenheit hinein das schier endlose Drama unseres gelebten menschlichen Schicksals.

 

 

Wie sich das griechische Wort ͑ιστορία ( historia ) in der altindischen Lautung Stück für Stück zusammensetzt, wird im Folgenden beschrieben. Dabei zeigt sich sein Sinn und Wesensgehalt nicht anders, als er aus der ersten und vollständigen göttlichen Sprache zwar einst geschöpft, nun aber nur noch in Fragmenten bis in unsere Zeit übriggeblieben ist.

 



 

 

 

 

 

FORTSETZUNG  FOLGT