Die erzwungene Schöpfung

2 fiktive theologische Traktate

Grundsätzliches, zum Nachdenken  -  In Briefform

 

 

Hallo Peter,

du bist also der erste, und wohl einzige, dem gegenüber ich zu Papier bringe, erkläre, worum es geht.
Du kannst alles, was auf diesem Planeten Erde geschieht, die kleinen Scharmützel wie jetzt, oder sei es auch ein gewaltiger Atomkrieg, schlechtweg vergessen,  dies ist alles unbedeutend. Auch mein Eingriff in die Parteienlandschaft, in das politische Geschehen, ist nur überflüssige Spielerei.
In logischer Problem- und Gedankenfolge wurde ich instruiert, worum es jetzt geht.
Der Problempunkt ist der:
Wenn du einen Menschen fragst, was er sich sehnlichst wünscht, so nennt der eine vielleicht dies, ein anderer das ;  von einem gläubigen Menschen wirst du wohl hören, er wünscht sich, in den Himmel zu kommen.  Nun, das ist für mich kalter Kaffee, erfahre ich den Himmel, oder die verschiedenen Himmel in jeder Meditation, sodaß ich dies inzwischen alles praktisch lebe.  Man muß dazu nicht erst sterben. Nein, darum geht es nicht, jetzt nicht mehr. Wer weiß schon, daß sein Aufenthalt in diesem Himmel, den er sich durch ein rechtschaffenes Leben verdient hat, nicht auf Dauer sein wird.  Ist sein Verdienst aufgebraucht, so muß jeder ins rauhe Leben zurück, da gibt es kein Pardon.
Aber auch das ist nicht das Problem.
Schwerwiegender ist, daß einer, der die Welt gemeistert hat, alle Schwierigkeiten hinter sich gebracht, die Welt ein für alle Mal überwunden hat, jetzt frei und völlig souverän und selbstbestimmend ist, im allerhöchsten Sein angelangt ist, selbst von dort noch in die Wechselfälle von Freude und Leid, in eine Welt zurückgeschleudert werden kann.  Zwar nicht als gewöhnliches Wesen, wohl aber zum Beispiel als Schöpfer, mit dem Auftrag, eine Welt zu erschaffen und zu regieren, und er muß dann miterleben, wie diese Welt letztlich mißrät, aus den Fugen gerät, die ihm anvertrauten Wesen zu leiden beginnen, und er kaum selbst noch einen Ausweg weiß.  Das kannst du alles in der Bibel nachlesen, mit der Sintflut, mit Noah, der sie als tadelloser Mensch überlebt hat, und wie dann das Leben nach ihm trotzdem wieder problematisch geworden, und bis auf den heutigen Tag so geblieben ist.  Kurzum, es ist klar, daß einem auch als Schöpfergott das Leben in der Welt nicht hundertprozentige Freude bietet, wie er sie in dem Zustand gehabt hat, als er völlig souverän und problemlos frei von ihr war, in einem ununterbrochenen und dauerhaften Zustand von Glück, wie er ihn den Wesen seiner Schöpfung vermitteln wollte, aber irgendwie daran gehindert war.
Jetzt kommen wir zu dem Punkt:
Wer oder was holt dich ins Leid zurück, nachdem du es doch verdientermaßen schon überwunden hattest?
Diese Frage ist jetzt bedeutsam, weil die Menschheit tatsächlich kurz davor steht, diesen Zustand andauernden Glückes, permanenter Zufriedenheit sich zu erwerben.
Was nützt es ihr aber, wenn sie wieder daraus hervorgeholt werden kann?
Wer also macht das?
Kurzum, es ist ein Wesen ganz besonderer Macht, hochintelligent, so hoch entwickelt, daß es sich für die Gedanken und Probleme der Menschen garnicht mehr interessiert.  Es interessiert sich nur noch für die Gedanken und Handlungsweisen der Weltenschöpfer, beobachtet sie, wirkt auch, wie es ihm gefällt, in sie hinein, ist selbst Ursache für Gelingen und Mißlingen, ja man kann sagen, es konstruiert zu seiner Unterhaltung das, was wir Gut oder Böse nennen, in seinem Wechselspiel, wie in einem Spielfilm, dessen Autor und Regisseur es ist.
Es ist klar, daß all dieses die freien Wesen auf Dauer nicht ertragen wollen, immer und immer wieder in leidvolle Welten hineingezogen zu werden, und selbst bei höchster Allmacht immer wieder das leidvolle Mißlingen aller ihrer guten Absichten durchleben zu müssen.  Es besteht die Meinung, wer frei ist, soll es auch bleiben dürfen, wer das höchste Glück errungen hat, soll es auch behalten dürfen.
Nun beobachtet dieses hochintelligente Wesen schon seit undenklichen Zeiten, seit tausenden von Schöpfungen, die Person und das Verhalten aller Schöpfer, und es kennt all ihre Gedanken, hat sie studiert und befaßt sich immer wieder, in immer neuen Szenen mit ihnen.  Wer auch immer aus dem unendlichen Sein als Schöpfer herausgerufen wird, steht unter der Beobachtung dieses hochintelligenten Wesens.
Was also tun?  Wie dem entrinnen?
Es gibt nur eine Chance :  Der Mensch.
Er steht ja nicht mehr unter der Beobachtung dieses Wesens. Vielleicht wird er von ihm unterschätzt.  Wenn es ihm im Verborgenen gelingt, die Natur und das Sein dieses Wesens zu ergründen, zu entschlüsseln, es durch und durch kennenzulernen, so kann es beherrscht und überwunden werden.
Die Schöpfer werden ja alle von ihm beobachtet, sie können nichts ihm entgegen tun, werden ja selbst von ihm gelenkt.  Aber sie können eines tun:  Den Menschen die entsprechenden Gedanken eingeben, und dann ihnen das Wissen vermitteln, das letztlich zur Befreiung aller führen kann.
Vieles wurde von ihnen schon gegenüber den Menschen versucht.  Ich weiß nicht, was man mir noch alles sagen wird.  Vorerst habe ich einmal erfahren, daß die Aufeinanderfolge der Geschlechter in der Bibel, z.B. von Noah zu seinen Söhnen Sem, Ham und Japhet, von dort zu deren Söhnen usw. den Weg vom reinen Sein ins beschränkte Sein, in die widrigen Umstände der Welt beschreibt.  Man muß also die genaue Bedeutung aller Namen herausfinden, Laut für Laut, und dann daraus den entsprechenden Sinn ableiten. Zum Beispiel, warum hatte Noah genau diese 3 Söhne, was stellen ihre Namen dar, was die Namen deren Söhne usw.
Maharishi Mahesh Yogi hat das Gleiche versucht :  Er hat durch einen seiner Autoren eine genaue Beschreibung des Körpers und aller seiner intelligenten Funktionen verfassen lassen, und darin, wie im Bewußtsein der Weg vom reinen Sein in die verschiedenen Stufen der Welt verläuft, eine Art Landkarte, Wegbeschreibung. Darauf komme ich wohl später zurück.  Zuerst bleibe ich mal bei der Bibel, das liegt mir näher.  Der Gedankengang bei diesen Forschungen ist rasant, ich merke, wie man mich unterstützt.
Dabei hat es keine Eile, man kann ohnehin nicht mehr erzwingen als mein schwacher Verstand hergibt.  Aber ich versuche es einmal. Wir wissen alle nicht, ob es gelingt.
Soviel will ich dir als Erstes erzählen.  Take it easy !

Es grüßt dich herzlich
Walter

 

 

Hallo Peter,

hast Du es bemerkt?
Das Schreiben von den Weltenschöpfern und dem sie beobachtenden Wesen war ein kleiner Scherz der Leute meines von hier weit entfernten Planeten, auch zu meiner und vieler Menschen Befreiung.
In Wirklichkeit, wie wir auf unserem fernen Planeten wissen, verhält es sich so :
Viele Wesen glauben, das Weltenleben überwunden zu haben und frei zu sein, tragen aber noch eine Unmenge Schmutz und Unvollkommenheit an sich.  Um dies zu beweisen und allen zur Wahrheit zu bringen, gibt jenes besagte hochintelligente Wesen den betreffenden Personen Allmacht, läßt Sie eine Schöpfung nach ihrem Willen hervorbringen und regieren.  Es zeigt sich immer, daß sie letztlich mißlingt und die Schwäche und Grenze ihrer Schöpfer offenbart.  Sobald sie das erkennen und zugeben, werden sie von der Qual ihrer Probleme erlöst, und die gebundenen und leidenden Wesen in dieser Schöpfung werden frei.
Wir auf unserem fernen Planeten leben in klarer Einsicht unseres Entwicklungsstandes und verhalten uns entsprechend vernünftig und vorsichtig, aber keineswegs traurig, im Gegenteil, es geht bei uns sehr heiter und harmonisch zu.  Wir lieben unser Leben, so wie es ist, und schreiten gerne, aber ungezwungen an Erkenntnis und Einsicht voran. Es ist ein sehr schönes, friedliches und harmonisches Leben.  Jeder weiß genau über sich selbst Bescheid und verhält sich zu jedem, der ihm begegnet, entsprechend harmonisch und ehrlich.  Es ist alles ganz einfach.

Herzliche Grüße
Walter Gräbeldinger

 

Die letzte Wahrheit, abgesehen von klugen Lebensweisen, liegt noch tiefer.

Wir kennen sie noch nicht und leben sie bei weitem noch nicht.

Aber sie wird kommen, und ihr Kommen läßt sich beschleunigen, sehr !