Die Bedeutung der einzelnen Buchstaben

 

Nun haben wir nach Aussage von Maharishi Mahesh Yogi im Rigveda das Faktum, daß alle Laute und der gesamte Text des Rigveda aus dem ersten Laut A hervorgegangen sind, in ihm ihren Ursprung haben. So würden wir als erstes die Charakteristik, das Wesen des Lautes A zu beschreiben haben, danach den Sinn der Lautsequenz AK. Der erste in seinem Sinn bekannte Textteil, das erste Wort des Rigveda ist AGNI - AK wird in Lautanpassung an das folgende N zu AG, also AGNI, dessen Bedeutung gewöhnlich mit „Feuer“ angegeben wird, entsprechend dem lateinischen IGNIS oder auch dem litauischen UGNIS, beide gleichfalls mit „Feuer“ übersetzt.

 

Ist es nun möglich, den Sinn von AGNI Laut für Laut zusammenzustellen und in einer Gesamtbedeutung wiederzugeben? Was wäre der tiefere Sinn für „Feuer“, der in Kürze den gesamten Text des Rigveda zusammenfassen könnte, als die sequentielle Entfaltung des Lebens, seine Evolution?

 

Ja, es ist möglich, und es ist mir auch schon gelungen. Hier soll nun seine ausführliche Darstellung erfolgen, abgeleitet aus den hierzu betrachteten Sprachen der Erde, und in Beziehung gesetzt zum Leben als ganzes, in der Sprache der Linguistik, der Philosophie, der Theologie und der Spiritualität der Meditation.

 

 

A

 

 

Den Sinn des Lautes A leiten wir zunächst aus den Sprachen Ainu, Maasai, Lushootseed, der Aleuten, Tupi-Guarani, Seneca, dem Irischen, Koyukon-Athabaskan, dem Altindischen (Sanskrit), dem Vietnamesischen und Yir-Yoront ab.

Dies geschieht im Zusammenhang einer grundlegenden Lebensdynamik, wie sie sich aus der Meditationserfahrung beobachten und in Ausdrücken der Philosophie anschaulich schildern läßt.

 

Der allgemeinste Sinn von A ist sein, existieren, „existieren" im Sinne des lateinischen Wortes „ex-sistere" = "heraustreten, sich herausstellen". „Heraustreten" woraus ? Was war das Innen-Sein ?

 

Nun, unser Bewußtsein hat zwei wesentliche Richtungen, mehr oder weniger zur Auswahl: Die Richtung nach außen, in die Welt der Dinge, und die Richtung nach innen. Erstere kennt jeder, es ist das allgemeine Interesse an der Welt, unsere tägliche Erfahrung. Die Richtung oder Wendung nach innen jedoch, also Rückzug von der Welterfahrung, von den Eindrücken der Sinne, gelingt uns - wohl auch mehr oder weniger erfolgreich - in der Ruhe des Schlafes, zu unserer Regeneration, zum Abklingenlassen der täglichen Eindrücke, zum Auftanken neuer Kräfte für den folgenden Tag.

Nun ist aber die Ruhe - selbst des angenehmsten Tiefschlafes - immernoch eine sehr oberflächliche Ruhe, verglichen mit der Ruhe, die man erfährt, wenn man den Geist auf seinem Weg nach innen wach hält, sodaß er noch tiefere und erholsamere Ebenen der Stille erfahren kann.

 

Dieser Vorgang wird auch genannt " Der Weg zur Mitte, Meditation ".

Man erfährt dabei ein Abgleiten in immer subtilere, feinere Zustände von Gedanken, bis man bei dieser zunehmend angenehmeren Erfahrung auch die feinst möglichen, kaum noch wahrnehmbaren Gedanken hinter sich läßt und nun ganz bei sich, ohne einen Gedanken, ohne Außenbezug, im reinen Sein ruht. Hier ist der Geist frei, ungebunden, ganz im Innern, in seiner Heimat, wo er sich wohl fühlt.

 

Weil dies ein Zustand ohne Gedanken ist, ohne ein Etwas, nennt man ihn treffenderweise das reine Sein oder das Nichts. Es ist der Grundzustand des Lebens. Von hier beginnt alles, und hierhin kommt es wieder zurück. Daß dieser Wechsel von Energie-Auftanken im reinen Sein oder Nichts, und dem darauffolgenden Schöpferisch-Sein oder Tätigsein draußen in der Welt nicht mehr harmonisch funktioniert, ist die schmerzliche Erfahrung unserer Zeit.

 

Das Abstandnehmen vom Grundzustand des Nichts ist also ein Nachaußengehen, der Beginn unserer (täglichen) Lebensreise, ein Sicheinlassen auf etwas, einer Absicht folgen, gleich wie ein Unternehmen, eine Firma intelligent geführt werden will und sich bewähren muß. Wir nehmen eine Rolle an, sind irgendwer, an einem Ort, in einer Stellung. Vieles wird uns begegnen.

 

Wir nennen das In-der-Welt-sein auch "Tag" oder "Licht". Hier ist Zeit und Reihenfolge, Verstand, Einsicht, Begriffsvermögen, Annehmen einer Arbeit, Einschlagen eines Weges, hier sind Einflüsse, Räume, Anpassungen. Es kann ein Drängen, Stoßen, Sich-den-Weg-Bahnen geben. Immer aber sollte nie vergessen sein die Bewegung zurück aus der Hektik des Alltags zum stabilen Ursprung des reinen Seins oder Nichts, und von dort wieder gestärkt in die Wechselfälle des Lebens hinaus.

 

A birgt in sich Vergangenheit, Zukunft und immer lebendige Gegenwart. Es ist die fortschreitende Erfahrung, die Suche nach ausreichender Vielfalt und ebenso nach deren Rückführung auf die Einheit eines möglichen Verständnisses, wie eines Wiedererinnerns.

 

A enthält die Richtung des Erlebens, seine Zielsetzung, seine Grenze, die einschränkende Wahl in aller Erfahrung, die Harmonie im Austausch der Lebenswerte. Es ist der Dreh- und Angelpunkt von Vergangenheit und Zukunft, von Endlichem und Unendlichem, von Gebundenheit und Freiheit, von vorübergehend Flüchtigem und gleichbleibend Beständigem, von Zeit und Ewigkeit, von Etwas und Nichts. Es ist wie ein Samenkorn: Geburt, Anfang, Herkunft und Quelle von allem. Alles Hoffen, Zweifeln und Trauern auf dieser Straße des Lebens kommt von ihm - wie ein Reinigungsprozeß, ein Bezahlen für Geschuldetes, aber auch ein Belohntwerden für Verdienstvolles.

 

Vieles mehr könnte man dazu sagen, aber wir beschränken uns auf das, was aus den oben erwähnten Sprachen abgeleitet werden konnte. Manches wird auch noch im Folgenden zu beschreiben sein.

 

 

 

 

 

 

G

 

 

Nach A von AGNI ist nun der zweite Laut G von AGNI in seinen Bedeutungsfunktionen abzuleiten. Wir müssen dabei offen sein und die breite Palette aller Kehllaute zu Rate ziehen: k kh g gh ch h ... , denn ein-und dasselbe Wort wird bisweilen in einer Sprache z. B. mit K geschrieben, in der anderen mit G, oder auch innerhalb ein- und derselben Sprache wird nach Lautanpassungsregeln K zu G oder umgekehrt, ohne daß die Grundbedeutung des Wortes sich ändert.

 

Betrachten wir aber einmal das ganze Spektrum der Kehllaute, ob wir einen sinnvollen Fortgang, beispielsweise von H, dem schwächst-artikulierten Laut bis zu K erkennen können.

 

Im Hebräischen haben die mit ʾah - beginnenden Wörter die Grundbedeutung " lieben, gern haben, sympathisch sein " :

 

ahav lieben, gern haben ahava Liebe

ahad gern haben, zugeneigt sein ahud beliebt usw.

 

Der nächst gröbere Konsonant x ( gesprochen wie nhd. ch ) konkretisiert diese Bedeutung :

 

ax Bruder, Sanitäter axa'im Geschwister ( Plural )

ixéd vereinigen axdut Einigkeit

ixa zusammenfügen ixud Vereinigung, Union axizut Konsistenz, Dichte axat eins

 

Eine weitere Konkretisierung erfolgt durch G :

 

agad zusammenbinden eged (Wund -) Verband

aguda Verband, Verein igud Verbindung, Verband

 

Und schließlich K, hier nach neuhebräischer Aussprache mit x (= „ch“) wiedergegeben:

 

ixsen beherbergen, einquartieren ixsun Beherbergen, Einquartieren

ixles bevölkern, besiedeln ixlus Bevölkern, Besiedeln

 

Man sieht in all diesen Beispielen eine Tendenz des Zueinander, der Aufnahme, Annahme.

Das Gegenteil aber in diesen Beispielen:

 

ixzev enttäuschen ixzava Enttäuschung

axzav lügnerisch, trügerisch axzar grausamer Mensch

 

Das gemeinsame geistige Grundmuster für beide mit gutturalbesetzter Silbe beginnenden, aber der Bedeutung nach gegensätzlichen Gruppen, ist das Eingehen der Erlebnisvielfalt in den einenden Begriff, dessen Selektion, also die Aufnahme des Geeigneten, und die Abweisung alles Untauglichen.

 

Dies wird auch aus folgenden Beispielen klar:

 

ixpat es ist wichtig, kommt darauf an ax aber, nur

iken ausfindig machen ikun Ausfindigmachen

 

Es liegt hier in den Gutturallauten eine innere, subjektive Grenzziehung vor. Insgesamt ist es ein Vorzug des Hebräischen, vielleicht gegenüber vielen anderen Sprachen, den Sinn der Gutturale, auch in ihrer Abstufung - von h zu ch zu g - als bedeutsam erhalten zu haben.

 

Für alle Sprachen aber dürfte gelten: Das Kontinuum, ausgedrückt durch den ungehindert fließenden Lautstrom A, wird durch die Gutturale unterbrochen. Eine Art Stop-Signal wird gesetzt, zumindest eine gewisse Hemmung oder Verzögerung.

 

Nimmt man A als ersten Ausdruck der Ganzheit, so markiert K oder G seine erste Grenze, den weitesten Horizont, wie er innen, subjektiv, vorbereitet und gesetzt wird: A – G /.

 

Dies kommt wohl in allen Sprachen, wenn auch nur partiell, zum Ausdruck. Doch, nimmt man alle Sprachen zusammen, so erhält man ein Spektrum, eine Art Mosaik darüber, was in dem zweiten Laut - G oder K - folgerichtig alles geschehen muß, nach rückwärts orientiert und nach vorwärts orientiert.:

A G und G NI in A G N I.

 

Ich gebe nun die Bedeutung der Gutturale in verschiedenen Sprachen und fasse dann erklärend zusammen.

 

Im Altindischen hat Ka die Bedeutungen (nach Cappeller, Sanskrit-Wörterbuch) " Freude, Wasser, Kopf, sowie Gott als Herr der Wesen, des voranschreitenden Lebens ( Prajāpati ) und Gott als Einheit des Veränderlichen und Unveränderlichen ( Brahman ). "

 

Im Altägyptischen bedeutet es "Persönlichkeit, Lebenskraft, Lebensgeister, Wille", und in einem gleichlautenden Wort "(lebensnotwendige) Nahrung, Speise". Ag bedeutet "pflanzen, wachsen lassen, aufsprießen lassen ". ( Nach Rainer Hannig, Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch ).

 

Im Laotischen hat als Adjektiv die Bedeutungen "geplant, in Aussicht genommen, vorausgedacht“, als Adverb bedeutet es " näherungsweise ", als Verbum "erwarten, schätzen, abschätzen, bewerten, veranschlagen, beurteilen, sich (einem Wert) nähern, raten, ahnen, vermuten". (Der Akut auf ká bedeutet "steigender Tonfall" ).

 

In Wik-Mungkan, einer australischen Aborigines-Sprache bedeutet aak "Grund, Gesetz, Platz, Tradition" und aakanah „ bis ".

 

In Meriam Mir, gleichfalls australisch, bedeutet agud " Gott ", und

in Yalarnnga bedeutet ka- " nehmen, bringen, tragen ( von Lasten ), tragen ( von Kleidung ).

 

Im Hebräischen bedeutet ke "wie, ähnlich wie, ungefähr, etwa", nach Gesenius hat es den allgemeinen Sinn, " ... daß ein Ding nach irgendeiner Seite hin ein anderes ganz oder doch in annähernder Weise aufwiegt. "

 

In Biloxi, einer nordamerikanischen Sioux-Sprache heißt ka "was, irgendetwas", aka

"annehmen, vermuten" .

 

In Lakota, gleichfalls einer Sioux-Sprache hat ka den Sinn "bedeuten, für etwas halten, betrachten, nach etwas fragen, fordern, verlangen."

 

In Lushootseed, einer Indianersprache der Salish-Gruppe, bedeutet káad "den Mund öffnen". - Man vergleiche damit altindisch khād "kauen". Man sollte diese Bedeutungen auch im übertragenen Sinne nehmen, so wie man auch sagt " Wir haben den Lernstoff nochmals "durchgekaut", oder statt "lernen" oder "verstehen": Jetzt hat er es "gefressen", oder "Eine schwer verdauliche Kost" usw. Es ist uns aufgetragen, von der dinglichen Welt auf die geistige Welt zu schließen.

 

In Aleutisch bedeutet kad-, kada- soviel wie "Front, Raum davor, Zeit davor".

 

In Maori, einer Südsee-Sprache, ist ka eine Partikel des Anfangs, wo eine Handlung in die andere übergeht, der Beginn einer anderen Begegnung.

 

Im babylonisch - assyrischen Glossar von Carl Bezold hat die Bedeutungen "so wie folgt" oder "so wie vorhergeht", „in dieser Weise, unter diesen Umständen, mit diesen Worten, nunmehr."

 

Die Berber-Sprache der Tuareg bietet reiche Beispiele für ah-, ag- und ak- :

 

ah sein in / innerhalb / inmitten ahamul Merkmal, Vorzeichen

ahanay Sicht, das Sehen, Sehkraft ahar verpflichtet sein, zu; müssen

aharet Sache ahaz sich nähern, nahe sein von

ahen befestigen, befestigt werden aher sich zusammenschließen, - passen

aher Spur

 

aga Schöpfeimer agey befestigen

agna Art, Wesen, Bevorzugung agu vorbereiten, anbieten, bereit sein

aggu oberhalb sein, betrachten aggad Vorsichtigkeit, Sparsamkeit

agadir Umfriedung, befestigter Speicher agdu gleich sein, übereinstimmen

agdu genügen

 

ak Ist es so? Ich frage mich ... ob? akk höher gelegen sein

akayad Prüfung, Aufmerksamkeit akal Land, Gegend, Gebiet; Boden, Sand

akey entfernt vorbeigehen, umgehen akel treten auf, betreten

akerrud Garbe, Bündel, Paket, Ballen akerrus Bauwerk

akku gehen zu, besuchen akru Koagulation, Gerinnen

akrus Konstruktion, Reglement aki zu sehr, zuviel,

aki vorbeigehen, übertreffen, hinausgehen über; vergehen, verschwinden; auf der Durchreise sein; geschehen; wachen, schlaflos sein.

 

 

ERKLÄRUNG :

 

A ist der erste Ausdruck der Ganzheit, des Absoluten - G oder K seine erste Grenze, der weiteste Horizont. Bis hierhin reicht das Wissen, bis hierher das relative Leben, bis hierher reicht der Plan, reicht die Absicht, reicht die Aussicht, reicht das Denken, reicht die Erwartung, die Schätzung, die Veranschlagung, die Bewertung, die Beurteilung. Diesem Wert muß sich alles nähern, ihn ahnend, ihn vermutend. ( Laotisch: Ka ). In diesem abgegrenzten Raum erfolgt die Weitergabe aller Information, allen Lebens. Es ist der Raum aller Gesetze, aller Tradition (Wik-Mungkan aak). In ihm wird das Leben gepflanzt, sprießt es auf, wächst es (Altägyptisch Ag). Es ist der Raum, wo Gott (Meriam Mir: agud) sich zum Ausdruck bringt, sich zeigt, indem er sich begrenzt, strukturiert (Tuareg: akrus). Persönlichkeit, Lebenskraft und Wille erscheinen, die Lebensgeister (Altägyptisch Ka). Freude kommt auf, die Wasser des Lebens werden zum Fließen gebracht. Gott erweist sich als Herr der Lebewesen, des Voranschreitens im Leben, als Einheit des Veränderlichen und Unveränderlichen, kräftigend, stärkend, mehrend (Altindisch Ka). Er plant, entwirft, denkt voraus, bereitet den Weg für alles, was werden soll (Babylonisch-assyrisch ka, Laotisch ka). Er befestigt das Geschaffene, gibt ihm die entsprechende Dauer (Tuareg: ahen, agadir), die richtigen Maße (Tuareg: aggad).

 

Aus der Sicht menschlichen Lebens lassen sich die Berber-Tuareg-Worte in einem einzigen Zusammenhang verstehen, einiges in der Deutung von AGNI jetzt schon vorausgenommen:

Das erste Moment des Erfahrens oder Erlebens ist das Ruhen der Aufmerksamkeit inmitten der begegnenden Vielfalt ( ah = sein in / innerhalb / inmitten ), das Inter-esse. Hierauf, zum Beginn des Verstehens, erfolgt ein Vergleich ( n ) und Ausgleich zwischen der Erwartung des Wissenwollens und der Eigenrealität der begegnenden Vielfalt, beide Momente notiert in ahanay ( = Sicht, das Sehen, die Sehkraft ).

Es ist ein Befestigen, ein Befestigtwerden ( ahen ) der flüchtigen Mannigfaltigkeit, ihre Zusammenfassung zur Einheit eines Dinges, einer Sache ( aharet ), wobei aharet das Ende, die letztgültige Grenze ( t in aharet ) des Sich-Zusammenschließens und Zusammenpassens ( aher ) der Vielfalt ist, was - als letztgültige Grenze und schließliche Einheit - auch durch a g d u (gleichsein, übereinstimmen) notiert wird.

Dieses Sich-Zusammenschließen und Zusammenpassen heißt im Altindischen saṃsāra (Zusammenfluß, als Wesenszug der Welt ), ein Sich-Nähern, Nahesein (Tuareg: ahaz). Man hat in der Regel keine Möglichkeit, das zu verhindern ( ahar = verpflichtet sein, müssen ), weil man im Leben und Erfahren Sinn erwartet. Man sucht nach Merkmalen, Vorzeichen ( ahamul ). Man kann diesen Vorgang des Suchens und Sinn-Erwartens als das Interesse des Individuums bezeichnen, seine Lebensspur ( aher = Spur ).

So ist das ganze Leben ein Vorbereiten, ein Anbieten, ein Bereitsein ( agu ).

Die Begrifflichkeit, die ein Mensch zur Verfügung hat, um Welt und Wirklichkeit zu erfassen, ist gewissermaßen sein "Schöpfeimer" (= aga) gegenüber der Welt, gelenkt von seinem Interesse, was er bevorzugt, was eben sein Wesen ist, seine Art ( = agna : Das Auge ( ag ) des Vergleichs ( n ) ; d.h. zwischen der Erwartung ( dem " Wissenwollen " ) und der befragten äußeren Mannigfaltigkeit, also inmitten dieser Beziehung von Subjekt und Objekt, fließt die absolute Intelligenz ein, die höher ist als unsere bisherige Begrifflichkeit und uns neue Erkenntnis bringt, Neues erschließt, und die wir dankend annehmen müssen, die von uns nicht kontrolliert werden kann, eine Gabe, die jeden, der dies erkannt hat, zu Bescheidenheit gegenüber diesem Höheren zwingt ).

Es ist der Aufstieg im Leben (aggu = oberhalb sein, betrachten; akk = höher gelegen sein), ein schrittweises und wohlbemessenes Vorankommen ( aggad = Vorsichtigkeit, Sparsamkeit; agdu = genügen ), eine Aufmerksamkeit, die man auch als Prüfung (= akayad ) bezeichnen kann, ein wiederholtes Betreten ( akel ) von Neuland, aber kein Überflutetwerden von Eindrücken, sondern ein Voranschreiten in wiederholter Selbstsetzung und Ruhe ( akru = Koagulation, Gerinnen ), ein Weg des Sammelns, Bündelns ( akerrud = Garbe, Bündel, Paket, Ballen ), umfriedet, ein befestigter Speicher ( agadir ), ein Bauwerk ( akerrus ).

 

Das nhd. Wort Gott oder engl god bedeutet den Raum oder die Bewegung zwischen der subjektiven inneren Grenze  (G, engl. g)  und der objektiven äußeren Grenze  (t, engl. d).  Ihm entspricht ai. gata  ( = gekommen, gegangen   -   geraten in, befindlich in, an, auf   -   haftend an   -   gerichtet auf, sich beziehend auf   -   vergangen, verflossen, verschwunden, dahin   -   allgemein:  Gang, Art und Weise).

 

Man kann also  den ersten Ausdruck einer unmanifesten, hinter aller Szene verborgenen Ganzheit nennen.  Er ist zunächst noch undifferenziert und unbegrenzt.  Dann beginnt er, sich zu begrenzen.  Er nimmt einen weitesten Horizont an, einen größtmöglichen Umfang, ein äußerstes Potential.  Er beginnt auch, sich zu differenzieren, nimmt Gestalt an, strukturiert sich, ausgedrückt durch  G.

 

Dies alles geschieht als Vorbereitung, aus diesem Innensein heraus nun Kontakt aufzunehmen zu einem Äußeren, das wir Welt nennen, den Bereich des fortlaufenden Wechsels, der Unbeständigkeit, der Vergänglichkeit und Sterblichkeit.

 

Das Wesen der Welt ( I in AGNI ), die ohne den Beginn  AG  überhaupt nicht existieren würde, haben wir unter  Baskisches etymologisches Wörterbuch  beschrieben, so wie es in der chinesischen Sprache wohl am ausführlichsten erhalten ist.

Hier ein kurzer Auszug:

Zum Wesen der Welt gehört unter anderem:

Ein Begehren aus einem Mangel heraus  -  Die Erwartung eines Besseren  -  Dringlichkeit, Notwendigkeit  -  Anlässe aus einem Augenblick heraus  -  Abhängigkeit, Angewiesensein auf jemanden  -  Zeit, Gelegenheit  -  Los, Geschick, die Fügungen des Schicksals  -  Die Suche nach Vervollständigung  -  Krankheit, Unwohlsein, Leiden, Schmerz  -  Das Extrem, die äußerste Grenze, der Gipfelpunkt, die Spitze  -  Der Rang, die Ebene, Stufe, Klasse  -  Die Fähigkeit, Technik, Kunstfertigkeit, , das Können, die Kraft, der Kunstgriff  -  Disziplin, Ordnung, Vorschrift  -  Spur, Lebensweg, sichtbare Zeichen eines Lebensinteresses  -  Messen und Zählen  -  Verdienst, Tat, Leistung, Ergebnis  -  Tradition  -  Aufzeichnung, Chronik, Annalen  -  Grenze, Rand  -  Überbleibsel, Ruine, Rest (bis zum Letzten einer ausklingenden Schöpfung).

Dies alles aus dem chinesischen Wortschatz unter  ji .   Weiteres und reichhaltiger unter  Baskisches etymologisches Wörterbuch.

Dort findet sich auch die noch fehlende Ergänzung zum Sinn von  A G N I ,  dem ersten Wort des altindischen Rigveda, die Beschreibung von  N ,  der Verbindung und Brücke von Gott zur Welt, in beiderlei Richtung.

Wir übernehmen diese Beschreibung, die eine etwas andere Terminologie benützt. Falls hierzu Fragen bestehen, beantworte ich sie gerne, unter  waltergraebeldinger@gmx.de.

Nun also zum nächsten Schritt.  Nach der Erklärung von  AG  als  Gott bei sich  und  I , der Welt ,  folgt nun die Beschreibung der  Verbindung  von  Gott zur Welt ,  nämlich  im ersten Rigveda-Wort 

 

A - G - N - I .

 

In  Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde  haben wir die Bedeutung von  als Vergleich und Ausgleich zwischen Gott und Welt,  oder  zwischen Subjekt und Objekt,  zwischen Geist und Materie ,  allgemein als  Vergleich  so abgeleitet:

 

bedeutet in Wörtern wie nhd. nein, nicht, nie,   engl. no, never, not,   lat. non, ne, neque   usw.  Verneinung,  im Altgriechischen jedoch das Gegenteil:  nai = wahrlich, fürwahr, ja , allerdings,  und im Altindischen (Sanskrit) kann  na  beides bedeuten, einerseits  "nicht, nein",  und andererseits  "wie, gleichsam". 

 

Was diese Gegensätze, Positiv und Negariv, Ja und Nein in sich vereint, ist der Vergleich.  Im Vergleich  achten wir auf  "ist nicht"  und  "ist wie".

 

Der Vergleich vollzieht sich im Menschen zwischen einem äußeren Beobachteten und einem inneren Verstehenwollen, einem zugrundeliegenden Wissen, man kann sagen, einem inneren angelegten Plan, und einer äußeren Wirklichkeit, die ihm gegenübersteht, einem Kontakt und Austausch zwischen beiden. Man kann es in der Philosophie oder der Spiritualität noch tiefer fassen:  Von einem Allerinnersten her, dem gedankenfreien Feld reinen Bewußtseins aus, ist sogar das Denken ein Äußeres, und man kann von diesem innersten Zustand her  -  er heißt im Altindischen Samadhi  -  auch alle Tätigkeiten des gewöhnlichen Bewußtseins wie ein Objekt beobachten.

 

Dieses allerinnerste gedankenfreie Bewußtsein, reine Wachheit, ist der einzige wahrhaft und exakt "objektive" Beobachter.  Alles andere, gedankenbesetzte gewöhnliche Bewußtsein ist getönt, spezifisch individuell "gefärbt", wir sagen "subjektiv", und meinen in den sogenannten objektiven Wissenschaften etwas Minderwertiges, eben nur Spezifisches, nicht allgemein Gültiges als Ergebnis dieser Art von Beobachtung.

 

Die Frage von Innen und Außen ist also verschieden zu beantworten, je nach Tiefe der Fragestellung.

 

Das Allerinnerste nennen wir "Gott".  Gott ist also in uns, als Innerstes unseres Bewußtseins, und wir können ihn kontaktieren, dort wo unsere gedankliche Aktivität aufhört, und das gedankenfreie, reine Bewußtsein beginnt.

 

Dieses gedankenfreie reine Bewußtsein ist völlig separat, getrennt von allem.  Darum sagt man von Gott, er sei absolut, das heißt aus dem Lateinischen übersetzt, von absolvere, "losgelöst, abgelöst, frei von", nämlich frei von allem, was außerhalb ist.  Er oder es hat eine völlig andere Qualität, ist unveränderlich, immer gleich, unvergänglich, während alles Äußere ständig wechselt, veränderlich, vergänglich ist.

 

N ist also eine Brücke, im eigentlichem Sinne zwischen dem Allerinnersten und dem von ihm getrennten Äußeren, wir sagen, zwischen Gott und der Welt. Es vermittelt zwischen Gott und der Welt, man kann auch sagen, zwischen dem Bewußtsein und dem äußeren Bereich, den wir "Materie" zu nennen pflegen.

 

Das gedankenbesetzte Bewußtsein, das mit Inhalten versehen ist, wäre also eine Zusammensetzung, eine Mischung von Bewußtsein und Materie.  Darum ist es auch spezifisch, veränderlich, nicht mehr rein. nicht mehr ganz klar, und darum zurecht "nicht mehr absolut zuverlässig" zu nennen.

 

So, wie für Gott das gedankenbesetzte Bewußtsein, das Denken, etwas Äußeres ist, so ist für das gewöhnliche gedanken-, also inhaltsbesetzte  Bewußtsein des Menschen die Welt etwas Äußeres, die er mit den Sinnen kontaktieren kann, und die er qualitativ als Materie von seinem Bewußtsein unterscheidet.

 

Wir nennen also N auch in diesem Sinne eine Brücke zwischen dem menschlichen Bewußtsein und der materiellen Welt außen. Aber der eigentliche, tiefere Sinn von N muß uns klar sein.

 

N vermittelt also  -  in jedem Falle richtig gesagt  -  zwischen Innen und Außen, und zwar, indem es vergleicht, nach Gemeinsamkeit und Unterschiedlichkeit sucht.

 

Es ist ein Ausgreifen des Bewußtseins auf die Mannigfaltigkeit der Welt, und ein Eingehen dieser Mannigfaltigkeit in das Bewußtsein, beides vermittelt über die Brücke N.

 

Sollten wir nun die wahre Bedeutung des ersten Rigveda - Wortes  A G N I  angeben,  Laut für Laut übersetzt, so würden wir statt der herkömmlichen Bedeutung  Feuer  genauer formulieren:

 

Das unendliche Bewußtsein     ( A )          -           Sich begrenzend      ( G )         -

In Vergleichen      ( N )                              -           Sich fortpflanzend     ( I )  .

 

Will man, davon ausgehend, die Bedeutung  Feuer  verstehen, so meint man wohl die sich "vorwärtsfressende"  Gegenwartsfront, im Austausch zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Geist und Materie,  zwischen Gott und Welt.

 

FORTSETZUNG :

Die Bedeutung der weiteren Buchstaben

 

Der Rigveda ist auch sein eigener Kommentar.  Alles Vorausgehende wird durch das Nachfolgende näher erläutert, zunehmend ausführlicher dargestellt, in hierarchisch angeordneten Sequenzen, wie:

A    AG    AGNIMILHEPUROHITAM   ( = agnim ilhe puro-hitam )   usw.

( Ausführlicheres in dem Buch  Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde ).

 

Erschließen wir als nächstes die Bedeutung des auf  AGNI  folgenden Buchstabens  M :

 

M gilt heute als Bezeichnung des Akkusativs.  Die ersten Worte des Rigveda, agnim ilhe, werden übersetzt:  Das Feuer preise ich.

Unsere Übersetzer des Rigveda, wie wohl aller heiligen Schriften, geben dem Text seinen Sinn, indem sie dabei Wahrnehmungen aus der äußeren Sinnesdatenwelt zu seiner Deutung heranziehen.  Richtigerweise sollten sie innen das Geschehen in ihrem Bewußtsein beobachten, denn von dort, genau vom Ursprungsort der Gedanken werden die Geschehnisse und die hieraus fließenden Visionen, sowie deren sprachliche Fixierungen abgeleitet.

Besinnen wir uns auf den oben genannten Sinn der Laute  A, G, N und I, sowie die kurzgefaßte Laut-für-Laut-Übersetzung von  A-G-N-I, so müssen wir erklärend so fortfahren :

Das Allererste im Rigveda kann überhaupt nicht bezeichnet werden, denn es ist unendlich, unbegrenzt. Man kann es in keinen Namen fassen. Wir sagen, es ist das unmanifeste, reine Bewußtsein, das hinter aller Szene, hinter allem Materiellen - und auch Geistigen - der verborgene Urgrund, unergründlich, unerschöpflich, unzerstörbar, unveränderlich, als ein reines Nichts, ohne Eigenschaften, ohne ein Etwas, dennoch die Ursache allen Lebens, die Ursache und der Quellgrund von Tausenden und Abertausenden von Schöpfungen, von Universen, unverändert, immer gleich seit jeher besteht.  Alle Wesen, auch Gott als Person, ziehen ihre Lebenskraft aus ihm, sind von ihm abhängig, leben von ihm.  Es bringt alles hervor, ist die Quelle aller Vielfalt, aller Verschiedenheit, ohne doch sich jemals zu ändern, ohne seinen reinen, ursprünglichen Zustand aufzugeben.

Sein erster Ausdruck, selbst noch unbegrenzt, undifferenziert, ist bezeichnet durch den ersten Buchstaben des Rigveda, das Lautkontinuum  A .

Dieses Lautkontinuum wird unterbrochen durch den Kehlverschluß  G .  So wird lautlich dargestellt, daß der erste Ausdruck sich Grenzen setzt, einen weitesten Horizont entwirft, innerhalb dessen das ganze zukünftige Leben verlaufen wird. Das erste Gesamtpotential wird gewissermaßen festgelegt. Fernerhin meint  auch, daß der erste Ausdruck sich innerlich differenziert, sich durchstrukturiert, und sich so vorbereitet, aus diesem Innen heraus Kontakt zu einem Äußeren aufzunehmen.

Dieser Kontakt geschieht über eine Brücke, eine intelligente Verbindung, bezeichnet durch den Buchstaben  N . Wir werden an anderer Stelle einmal die Intelligenz, das Wesen dieser Verbindung oder Brücke  beschreiben (jetzt  in  AGNI - Gott und Welt),  wie auch noch eine genaue Darstellung von  AG  erfolgen wird, denn es handelt sich bei ihm um Gott als Person, den Schöpfer und Regenten des Universums, die höchste Intelligenz, das mächtigste Wesen.

Dies alles ist in der Summe selbst weniger Dutzender von Sprachen so vollständig zu beschreiben, daß man es kaum mehr fassen kann, geschweige denn in Hunderten oder den mehreren Tausenden unserer Sprachen.

Der letzte Buchstabe im ersten Rigveda-Wort  AGNI ,  das  I ,  bezeichnet das Äußere, zu dem Kontakt aufgenommen wird, das Veränderliche, Vergängliche, Flüchtige  -  die Welt.

Wir haben ihr Wesen oben beschrieben, wie man es der chinesischen Sprache entnehmen kann, ausführlicher unter  Baskisches etymologisches Wörterbuch .

Das Bewußtsein, AG , greift also über die Brücke  auf die Welt zu, tritt zu ihr in Kontakt und Austausch.  Dies ist das ganze fortlaufende Thema des Rigveda, zunächst angedeutet und erstmals erläutert durch das zweite Wort  I L H E , das wir mit dem hebräischen Wort  ELOHIM  gleichgesetzt haben, dem wesentlichen Gottesnamen des Alten Testamentes , wie es in dem Buch  Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde  ausführlich zur Darstellung gekommen ist.

 

Voraus geht dem zweiten Wort  ILHE  jedoch noch der Buchstabe  M .

Dessen Bedeutung  -  in diesem Rahmen  -  ist nun zu zeigen.

 

Im Altindischen, dem Sanskrit selbst, bedeutet  am  "vordringen",  ama  "Andrang".  Dies kann man in beiderlei Richtung verstehen, einmal als das Vordringen des Bewußtseins in ein interessantes Erfahrungsfeld, wie es insbesondere jeder Forscher gut kennt, zum anderen aber auch als Vordringen oder Eindringen des Erfahrungsgegenstandes in das Bewußtsein, als mehr oder weniger starker Eindruck, der auch unangenehm sein kann, weshalb  ama  auch die Bedeutung  "Ungestüm, Schreck"  aufweist.

Aber auch  ma (gedehntes a) beschreibt die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt, den Kontakt zwischen Bewußtsein und Materie sehr treffend:  

Messen, abmessen, durchmessen, ermessen, vergleichen, dem Maß entsprechen, Raum finden in, zuteilen, gewähren, bereiten, offenbaren (nach Cappeller).

 

Im Hebräischen, wo das Aleph verschiedene vokalische Lautungen annehmen kann, beschreiben auf  em-, im-, am-  anlautende Wörter gleichfalls Inhalte zum Kontakt von Innen und Außen, von Bewußtsein und Materie, von Subjekt und Objekt, von Gott und Welt.

 

Kausalität und Abhängigkeit  ( im = wenn, falls, unter der Bedingung, daß ),

abschätzen, einschätzen  ( amad ),                                 Stärkung, Festigung  ( imuts ),

Nachprüfung, Bestätigung der Richtigkeit  ( imut )        Wahrheit  ( emet )

Vertrag, Pakt, Konvention  ( amana )                              wohlhabend  ( amid )

Matrize  ( als System,das zusammengehörende Einzelfaktoren darstellt, EDV,  -  ima )  u.a.

 

 

Das Arabische, obgleich rund 1000 Jahre literarisch jünger als das Hebräische, ist doch in seiner Lautung älter und ursprünglicher, und auch in seinem größeren Reichtum an Bedeutungen dem göttlichen Ursprung näher.

Das heilige Buch des Islam, der Koran, ist in seiner wahren göttlichen Bedeutung nicht im Entferntesten erschlossen. Die bisherigen Übersetzungen geben seinen wahren Gehalt, wenn es hoch kommt, zu einem Tausendstel wieder.  Wenn die Gläubigen wüßten, was man ihnen vorenthält, in welcher Dunkelheit man sie läßt - es gäbe einen einzigen Aufschrei.

The Arabian Language, although about 1000 years younger than the Hebrew Language, seen from literary tradition, nevertheless is elder and more original in sound and articulation, and also more abundant in meaning and sense, and so , we can say, is nearer to the divine origin.

The holy book of islam, the Quran, is not even in the smallest degree opened up today in it's true divine meaning. All the known translations show it's true content, we can say, not even to a thousendth part.  When the true believers of this fine religion would know what they are kept back from, in which darkness they are left, and what tremendous light they could truly have by this message of God, there would be one single outcry.

 

Die arabische Sprache ist so reich, daß man die ganze Geschichte des in die Welt sich ergießenden und mit ihr kommunizierenden Bewußtseins beinahe Wort für Wort z.B im Arabic - English  Dictionary  von  R. Steingass  kontinuierlich ablesen kann.

 

Wir beschreiben nun aus diesem Lexikon die Bedeutung des Buchstabens  M , der zwischen AGNI  und  ILHE  in  AGNI M ILHE  eingefügt ist.

 

Da wir  ILHE  mit hebräisch  ELOHIM  verglichen haben, wird es vielleicht hilfreich sein, dessen abgeleitete Bedeutung nocheinmal vorzustellen. Der Leser mag sie so ausführlich zur Kenntnis nehmen, wie es ihm beliebt.

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Man kann also sagen, ILHE oder ELOHIM repräsentiert das ausführende Organ, das tatsächliche Geschehen, alle Perspektiven in der Begegnung zwischen Gott und Welt, zwischen Bewußtsein und Materie, zwischen Subjekt und Objekt, während AGNI den Prototyp darstellt, die erste Kurzformel für alles, was im Folgenden geschehen wird.

M nun bezieht sich auf beide, vermittelt zwischen beiden, ist eine Verfeinerung der Koordination zwischen beiden.

 

 Dies sind nun die Bedeutungen von M, wie sie im Wörterbuch von R. Steingass erscheinen.

 

 

 Der erste Kontakt zwischen Gott und Welt, zwischen Bewußtsein und Materie, zwischen Subjekt und Objekt ist eine fragende und prüfende Suche, eine Beachtung der Alternativen, bevor eine Wahl und Auswahl stattfindet.

 

So bedeutet am "oder?", und a-mâ "ist es nicht? oder nicht?"

 

Es ist ein Streben nach etwas, ein Sich-zu-etwas-hin-Begeben, ein Aufsuchen (amm).

 

Vom göttlichen Standpunkt aus, vom Standpunkt des Bewußtseins aus, ein Sich-an-die-Spitze-Stellen, Andern-ein-Beispiel-Geben, auch ein Ausüben von Autorität und Befehlsgewalt (amm), sowie ferner eine Aufnahmebereitschaft, das Übernehmen einer bergenden Mutterrolle (umūma-t).

 

Die Welt, die Vielfalt reagiert darauf, indem sie näher zusammenrückt (amam), die angebotene Mutterrolle anerkennt, sich nähert, übereinstimmt.

 

Für das Bewußtsein gegenüber der Vielfalt ist es ein Reinigungsprozeß, jetzt aber nicht primär mit Hilfe der eigenen inneren Ruhe und Besinnung, sondern mit Hilfe des gröberen Außen ("make one's ablutions with earth instead of water", R. Steingass).

 

Dies alles dient der Klärung, der Evidenz (muʾâmma). Es ist ein Fügen, Ausersehen, Bestimmen, Festsetzen, ein Anordnen, Verordnen;  eine Vorbereitung für Teile der Welt oder der Vielfalt, eine Priesterrolle anzunehmen, das Göttliche aufzunehmen, zu verwalten und weiterzureichen (taʾmîm).

 

Für Gott oder das Bewußtsein ist es eine reiche Ernte (âma-t) ;    gegenüber der Welt, der Vielfalt, eine Gunsterweisung, ein Segen für sie, eine Empfehlung klugen Verhaltens (imma-t).

 

Alle weiteren Aspekte oder Momente dieser Beziehung zwischen Gott und Welt, Bewußtsein und Materie, Innen und Außen, Subjekt und Objekt, kann man bei R. Steingass nachlesen, inhaltserweiternd als amâr, amthal, amjad, amâkin, âmâl, imâm. imtithâl, intidâd, oder auch im negativen Sinne, statt Anerkennung vielmehr Ablehnung und Verhindern (imtinâʿ), im positiven Sinne wieder imtinân, kurzum, der Inhaltsreichtum der arabischen Sprache zu diesem Thema ist so vielfältig und vollständig, daß ich garnicht erst den Versuch mache, ihr - in diesem Rahmen hier - voll entsprechen zu wollen.

 

Vielleicht noch Eines:

 

Sieht man das ganze Geschehen in der Welt als ein Spiel Gottes an, kraft seiner eigenen Kreativität, so bezeichnet maʾârin in seiner Bedeutung "Versteck, Schlupfwinkel des Spiels" die Plätze der Geborgenheit, und die Bedeutungen von maʾâb könnte man so in die ersten Worte des altindischen Rigveda einreihen :

 

AGNI M ILHE

 

AGNI Prototyp, vorausschauender Plan in aller Beziehung Gott - Welt, Bewußtsein - Materie

 

ist

 

M, der alles enthaltende Platz, zu dem man immer wieder, ununterbrochen, kontinuierlich zurückkehrt, die Beziehung, Bezugnahme, der Versammlungsort, die Zuflucht, der Schmiedeherd, das Schmiedefeuer, der Brennpunkt, der Ruheplatz ( M ausgeführt als arabisch maʾâb ), ist als M , nach der indianischen Choctaw-Sprache sowohl verantwortlich für Successivität, Aufeinanderfoge, als auch für Simultaneität, Gleichzeitigkeit, aber auch wirksam als alles erzwingende Autorität.

 

Dies alles für

 

ILHE die ganze Welt in all ihren Räumen und Zeitsequenzen.

 

Im altindischen Rigveda stellt sich das so dar:   AGNI - M - ILHE  -  (das ganze fernere Außen).

 

 

Konsequenterweise reduziert man AGNI schrittweise auf das Wesentliche und setzt dafür ein :

 

AGN Gott in seiner Verbindung zur Welt ( I )

 

AG Gott als Person, mit bestimmten Eigenschaften, dargestellt als Gebote in seiner Schöpfung, als die Gesetze des Universums, als begrenztes, strukturiertes Sein

 

A Gott als unbegrenzt

 

- Gott als unmanifest, als das allem zugrunde liegende reine Bewußtsein, unbegrenzt, immer gleich, ganz, vollständig, unerschöpflich, absolut, Urgrund, das Ewige, als überpersönlich, größer denn jede Auffassung als begrenzte Person.

 

Übersetzt man  agnim ilhe im grammatikalisch üblichen Sinne, und setzt für  ilhe  die entsprechenden Wortbildungen der Indianersprache  Oneida  ein, so erhält man :

 

Agni  will ich, denke ich, erwarte ich, kündige ich an, laß ich tagen, gebe ich groß heraus, stelle ich in Länge dar, breite ich aus, bespreche ich, empfange ich als Wort, ziehe ich vor, genieße ich, ehre ich, erkenne ich an, wertschätze ich, verbürge ich, diene ich.

Agni umhülle ich, verberge ich, halte ich geheim.  Von Agni höre ich, Agni lehre ich, auf Agni bestehe ich, Agni stimme ich bei, mit Agni stimme ich überein.

Agni ist die große Tat, die große Sache, der Lebensstil, die Gewohnheit, der Weg, die Vernunft, das Wort, das Geschäft, die unerwartete Neuigkeit  -  und vieles andere.

 

Man kann sich vorstellen, welch gewaltiger Wortschatz zusammenkommt, zieht man nicht nur diese wenigen Sprachen heran, sondern die mehr als 7000 bekannten Sprachen der Erde, ein unfaßbares Erbe aus dem Kernwortschatz der ersten Sprache.

Näheres hierzu lese man in  Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde.

 

 

                                                  FORTSETZUNG  FOLGT