Walter Gräbeldinger,  2016

Der wahre Gehalt unserer heiligen Schriften

Die Bibel

 

Aus der sprituellen jüdischen Tradition, v.a. aus der Kabbala, erhalten wir den Hinweis, daß alle - uns so vertrauten - " gängigen " Übersetzungen des Alten Testamentes nur das äußere Gewand der Texte darstellen, im Stile einer Geschichtsschreibung romanhaften Charakters, und wir werden gemahnt, nicht bei dieser Darstellung stehen zu bleiben, sondern den unter dem      " Gewand " verborgenen Körper, und weiter, in tieferer Schau, die in diesem Körper wohnende Seele zu suchen, weil allein so die Verbindung zur " Seele aller Seelen " hergestellt werden könne.

Nun muß man bedenken, und ich versuche dies zu zeigen, daß alle heute noch existierenden Sprachen - auch das Hebräische - in ihrer Lautgebung und dem System ihrer Bedeutungen, nur noch unscheinbare Splitter eines ursprünglichen Ganzen sind, Bruchstücke einer Ursprache, wenn man sie so nennen will, die unseren gegenwärtigen Sprachen bei weitem und in allen Belangen überlegen war.

Die heiligen Schriften der Menschheit - und ich kann dies vom altindischen Rigveda, der Bibel und dem Koran behaupten - sind von dieser ursprünglich-ganzheitlichen Vision aus verfaßt worden. Alle mir bekannten Übersetzungen - der Bibel, des Koran und des Rigveda - sind jedoch, weil sie vom Verständnis weniger oder nur einer einzigen Sprache aus konzipiert wurden, lückenhafte und völlig unzumutbare Zerrbilder des ursprünglichen und wahren Gehaltes.

Ich werde dies, wie schon für den Rigveda in Exkurs 4 meines Buches „Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde“, nun auch für das Alte Testament zeigen, indem ich das Verständnis mehrerer Sprachen zu Hilfe nehme, was ich nun tun kann, da mir deren Wortgleichungen bekannt sind. Denn, wie schon einleitend S.19 gesagt: Wir können aus den "Splittern", den Teilbedeutungen ausreichend vieler Sprachen, der ursprünglichen Vision des Sprachschöpfers nahe kommen, sie wie ein Mosaik aus vielen Bedeutungen zusammensetzen, einer Vielheit von Bedeutungen, die uns nicht in ein unübersichtliches Chaos führt, sondern zu einer angenehmen und erfüllenden Ordnung.

So soll also der Anfang des Alten Testamentes, um ein Beispiel zu geben, neu übersetzt und die wahre Bedeutung des Gottesnamens Elohim erklärt werden, und - auf eine andere Weise - auch der Gottesname Jahwe  ( JHWH ), als im Menschen wirkender Geist.

Ebenso interpretiere ich das Neue Testament erstmalig, wie es meiner Sprachauffassung nahe liegt. Dazu sei der berühmte Satz aus dem Evangelium des Johannes 1,1 ausgewählt, der nicht nur unverstanden, sondern auch ( bewußt ? ) falsch übersetzt ist.

 

 

Wie stellt sich nun ein biblischer Text dar, wenn man die Semantik aller Sprachen der Erde zu seiner Übersetzung und Deutung heranzieht ?

In 2 Schritten sollten wir vielleicht vorgehen:

Zuerst, wie es Sokrates tat, in Platons berühmtem Dialog " Kratylos ", nämlich von ähnlichen Lautgebilden ein- und derselben Sprache - hier also des Hebräischen - auszugehen, um zu einem reicheren und wesentlicheren Sinn des betrachteten Wortes vorzudringen. Dann aber zweitens, alle verfügbaren Sprachen zur Übersetzung und Interpretation eines Textes oder Wortes heranziehen.


Beginnen wir also:

Die ersten Worte des Alten Testamentes werden gewöhnlich so übersetzt:

" Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde ", wie aus der Pistole geschossen, gleich MEDIAS IN RES, oder aber: IST JA NICHT SO WICHTIG; GEHEN WIR GLEICH WEITER ?

Zunächst einmal endet der erste Sinnabschnitt nach " Im Anfang schuf Gott " mit dem Wörtchen " 'et " oder " 'at ", gesetzt hinter " Elohim " ( Gott ) :

Bereschit bara elohim et. ET, das gewöhnlich nicht übersetzt wird, mag also ein Trennungszeichen sein, das Ende eines ersten Sinnabschnittes kennzeichnend.

Um es zu wiederholen: Die bisherigen Übersetzungen ignorieren wir tunlichst, denn sie sind in erschreckendem Maße unsinnig. Wir dürfen uns auch von den grammatischen Regeln und der Gliederung in Worte beim hebräischen Text nicht gefangen nehmen lassen, denn sie sind späteren Datums und nur noch spezifisch hebräisch, nicht mehr vollständig dem ursprünglichen Zustand entsprechend.

Das erste Wort wird gewöhnlich so getrennt: be - reschit und übersetzt als im (be) Anfang (reschit). Betrachten wir die Gebrauchsweise von be im Hebräischen, so stellt sich die Frage: Kann man im selben Sinne wie man sagt " im Hause ", " in der Stadt ", " in der Grube ", oder zeitlich " im Monat August " auch sagen " im Anfang " ?  -  Worin ist denn das, was im Anfang ist ?

Diese Übersetzung erinnert stark an die mechanisch-automatischen und seelenlosen Übersetzungsmaschinen. Viele Theologen haben sich den Kopf darüber zerbrochen, was man unter dem Anfang zu verstehen hat. Aber das ist nicht weiter verwunderlilch, ist doch auch den wenigsten Deutschsprachigen klar, was Anfang mit fangen zu tun hat. Wir übernehmen das komplizierte Regelwerk der Sprache von Generation zu Generation, und es wird nicht besser dadurch, ja man kann sagen, daß die Sprache von höherer Intelligenz zeugt als ihre Benutzer sie besitzen.

Suchen wir einen anderen Zugang !

Es fällt auf, daß der heilige hebräische Text nicht mit " a " beginnt, wie etwa der altindische Rigveda oder das hebräische Alphabet selbst. Wurde hier etwas unterschlagen, zurückgehalten, verheimlicht ?

Das erste Kapitel trägt den Namen Genesis, Schöpfung. Was ging der Schöpfung voraus ?

Diese Frage kann jeder beantworten, der sich - auf welchem Wege auch immer - in das Innerste seines Bewußtseins zurückziehen kann, in das Feld Reiner Intelligenz, einem Zustand, in dem kein begrenzender Gedanke mehr da ist, wo der Geist frei und unbeschränkt in seiner wahren Heimat ruht.

Dem Prinzip nach tut Gott als Person nichts anderes als der Mensch, sein Ebenbild. Auch er zieht sich zurück in das Feld reinen unmanifesten Bewußtseins, der Quelle aller Energie und Schöpferkraft, und wendet sich dann wieder, gestärkt, der Welt, seinem schöpferischen Spielplatz zu.

Dies muß man verstanden haben, wenn man die Bibel, oder welche religiöse Schrift auch immer interpretieren will.

So stellen sich nun, mit diesem Wissen, und neu geordnet, die ersten Worte der biblischen Schöpfungsgeschichte wie folgt dar: bereschit bara elohim :

Zuerst - was im überlieferten Text verschwiegen ist - ruht Gott im transzendenten, unmanifesten Ozean reinen Bewußtseins, ganz bei sich, gesammelt, ganz innen.

Dann entsteht der Gedanke: " Ein Äußeres sei ! " oder " Ein freies Feld sei ! "

 

Hebräisch bar = 1. Äußeres 2. = freies Feld und lat. sit oder ai. syāt = sei, beides zusammen : bar + sit o. syāt > hebr. bereschit.

Hierauf sofort die Realisierung: bara = ein Äußeres ( ist gegeben ).

 

Dann: elohim = ai. īlhyam     >  

e l o h i m                                                                                                               

ī l     hyam = zu loben, zu preisen.

 

Also: Ein Äußeres sei - Ein Äußeres (ist gegeben) - Es sei anzuerkennen, ernst zu nehmen.

 

Mögen wir uns tausendmal klar machen, die äußeren Dinge seien vergänglich, es sei kein Verlaß auf sie; so sind wir doch an sie gebunden, ziehen unsere Erkenntnisse aus ihnen; unser Leben verläuft mit ihnen und an ihnen.

 

Elohim ist vom Hebräischen aus gesehen ein Mehrzahlwort, übersetzbar als „Götter ". Weil dies dem jüdischen Ein-Gott-Glauben widerspricht, hat es bis auf den heutigen Tag heftige Dispute unter den Theologen gegeben. Wir schließen uns dem nicht an, denn es ist so, wie Immanuel Kant es ausdrückt, daß „einer den Bock melkt, und der andere das solcherart Gemolkene aufzufangen sucht, indem er ein Sieb darunter hält ".

" Elohim " kommt in den Texten der Bibel sehr häufig vor; aber auch in anderen Sprachen ist es präsent, wenn auch lautlich verändert. Als unverzichtbaren Wesenskern darf man vielleicht festhalten: - lh - il - - lg - oder ähnliches  -   wohl als wünschenswert und eigentlich korrekt die Sequenz Lateral (Mund-Seitenlaut)( l ) - Guttural (Kehllaut)( k, kh, g, h ... ).

 

 

Im TÜRKISCHEN heißt es ILAH und ist dort der Name für Gott nach heidnischem Glauben. Als ILHAM bedeutet es Eingebung, Inspiration, als IHALE soviel wie Auftragsverteilung, Auftragsvergebung, d.h. Gott als distributive Intelligenz, als ILGI Interesse, Affinität, also Lebensmotivation, Lebensanteilnahme, als ILGA soviel wie Aufhebung, Abschaffung, Nichtigkeitserklärung, Auflösung, Ausserkraftsetzung, also insgesamt durchwegs Aspekte Gottes, wie man sie bei näherer Betrachtung dem hebräischen Wort ELOHIM beilegen kann.

 

 

In ONEIDA, einem irokesischen Indianerstamm Nordamerikas, bedeutet L H soviel wie wollen, denken, IHAL bereit sein, erwarten, LIHUNI die Ursache sein, der Weg sein, LIHUNYA jemanden lehren, LIHO'TA Lebensstil, Gewohnheit sein, Weg des Lebens und Denkens, LIHW Geschäft, Angelegenheit, Wort, Affaire, Neuigkeit, Ergebnis.

 


In CHOCTAW, einem Muskogean-Indianerstamm Nordamerikas bedeutet IL wir, also die Einbeziehung anderer, ILA für sich, durch sich, ILAHTALI Vorsehung, vorausblickend, vorsorglich.


Im ALTHOCHDEUTSCHEN bedeutet IHLEN eilen, streben nach, bestrebt sein, sich bemühen.

 


In YANYUWA, einer australischen Aborigines-Sprache, bedeutet LHUNGKU lebend, wach, LHURNKU enger Platz (Beschränkung als Individuum ?), LHURRA Spaß, Spiel, durchführen, tanzen, LHANGKA auf dem Gipfel, über der Oberfläche, voll sein, äußere Schicht, LHANKAYARRA eröffnend, enthüllend.

 


In INUPIAK, einer Eskimo-Sprache, bedeutet ILUMUN wahrhaftig, wirklich, ILU inner -, innen, ILIT - lernen, ILI werden wie, einer Sache gleichen, ILA - hinzufügen, ILUAQ- passend sein, von der geeigneten o. richtigen Gestalt sein usw.

 


Zur Lateral ( l ) - Guttural ( K kh g gh h ... ) - Gruppe gehört auch das griechische Wort LOGOS. Es wird im Folgenden, bei der Betrachtung des Johannes-Evangeliums 1,1 seine Erklärung finden.

 


Zunächst aber fassen wir Obiges zusammen, zum mühelosen Verständnis, wie es im Leben untereinander zusammenhängt:

 


Der Name für Gott mag in verschiedenen Sprachen sogar lautlich oder den Buchstaben nach gleich sein - Hebräisch " e l o h i m " = Türkisch " i l a h. "

 

Gott wirkt als Eingebung, als Inspiration. Es wird niemand behaupten wollen, er gebe sich seine Gedanken selbst ein und wisse genau, welche Gedanken er in einer Stunde, am morgigen Tag, in einem Monat, in einem Jahr usw. haben wird. Unser Leben ist koordiniert, in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, in der Familie, in unserem Land, auf der ganzen Erde. Es muß etwas geben, das die anstehenden Aufgaben und Vorhaben ganz bestimmten Ländern, Institutionen und Personen zuteilt, eine distributive Intelligenz, die jegliche Fassungskraft eines einzelnen Menschen bei weitem übersteigt. Es wird ein Interesse geweckt, eine Lebensmotivaton, eine Anteilnahme am Leben, und - es gibt einen Fortschritt, einen Aufbruch zu Neuem, und dies bedeutet auch, daß manches bisher Bestehende abgeschafft, aufgelöst und außer Kraft gesetzt wird. Es besteht ein Wollen und Denken, ein Bereitsein, ein Erwarten. Es gibt Ursachen, Wege sind zu beschreiten, Wege des Lebens und Denkens. Gewohnheiten stellen sich ein, ein Lebensstil, aber auch die Notwendigkeit, zu lernen - und zu lehren. Der Tagesablauf verlangt, Geschäfte zu tätigen, Angelegenheiten zu regeln. Er bringt Neuigkeiten, führt zu Ergebnissen. Vorausblickend und vorsorglich denkt und handelt jeder für sich, und durch sich, durch seine eigene Lebenskraft. Es gibt ein Eilen, Streben, sich Bemühen, aber auch Spaß und Spiel, Tanz und Performance jeder Art. Wir sind lebend und wach, so eng unser Platz, unsere Beschränkung als Individuum auch sein mag. Manches hebt sich heraus aus dem Leben, steigt über die Oberfläche, erreicht einen Gipfel, erreicht eine Fülle, bis zu einer äußeren Schicht, einem Zustand der Erfüllung und Vollendung, über den hinaus sich Neues eröffnen und enthüllen kann. Unser Leben soll wirklich und wahrhaftig sein, ein inneres Lernen, ein Werden wie es dem Ideal entspricht, ihm gleicht; ein stetes Hinzufügen, so wie es passend ist, von geeigneter und richtiger Gestalt.

 

Dies alles entspricht der Realität von Elohim, wie sie in Sprachen außerhalb des Hebräischen zum Ausdruck kommt.

 

 

Nicht alle Religionen, Weltanschauungen, spirituellen Traditionen sind mit der Ausschließlichkeit des " Lebensprinzips " Elohim, wie es sich oben darstellt, einverstanden.

 

Der Buddhismus sieht das viele Leid, das auf diesem Lebenswege möglich ist. Er möchte den Menschen zu einem souveränen und unabhängigen Lebensstatus führen, einem Leben in Freiheit, das man nur dann haben kann, wenn man die Grundebene des Lebens tangiert, tief innerhalb des Bewußtseins, und man dies so oft wiederholt, bis der Geist unverrückbar dort gegründet ist, jenseits des Denkens, jenseits der Zeit, im unveränderlichen und ursprünglichen Feld der Ewigkeit. Darum heißt das Prinzip, das in dem altindischen Lehrgedicht "Bhagavad Gītā", Kapitel 2, Vers 48 ausgesprochen ist: YOGASTAH KURU KARMĀṆI, " Mit dem unveränderlichen Sein fest verbunden, handle ! "

 

Aber auch in der Bibel selbst wird diese Frage erörtert, z.B. in den Psalmen, 14,1 :

 

" Wenn man das Reine, Klare, Wolkenlose, Schöne verläßt, und sich auf den Pfad der Liebe begibt, verwelkt das Unsterbliche im Herzen, das Nichts wird zu Elohim ( das Liebenmüssen ) : Verderben und Korruption setzen ein, ein Irregehen, Umherirren in ihm, im Handeln, auf der Lebensszene. Verleumdung macht sich breit. Das Nichts soll handeln, das ist gut !. "

 

Zum " Nichts " vergleiche man S. 199-201 ZUSAMMENFASSUNG und ERKLÄRUNG in „Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde“.

 

 

Alles, was ein " Etwas " ist, muß per definitionem begrenzt sein, eben etwas Bestimmtes, auch Gott als Person ist ein solches. In dem Ausdruck "Person" liegt schon das Begrenztsein, etwas Bestimmtes sein. Als Person gedacht, ist Gott ein Wesen mit bestimmten Eigenschaften, Vorlieben und Abneigungen, weshalb man für ihn oder auch gegen ihn sein kann, wie es in der Vergangenheit war und auch heute noch so ist. Sucht man also nach etwas Unbegrenztem, Unendlichem, so muß es ein Nicht-Etwas sein. Dieser Gegenbegriff zum Etwas ist das Nichts. Es geistert in vielen Ländern und Kulturen noch die Angst vor dem Nichts herum, der Horror Vacui, Schrecken vor dem " Leeren ". Daß das Nichts wahrhaftig kein Grund zum Fürchten ist, sondern vielmehr die Basis, das stabile Element des Lebens , unzerstörbar, ewig, immer gleich, weiß jeder, der es am Grunde seines Bewußtseins erfahren hat. Er weiß, daß es seine wirkliche, eigentliche und stets zuverlässige Heimat ist, die er jederzeit aufsuchen kann, die ihm Geborgenheit gibt, ihn stärkt und immer wieder lebenstüchtig macht.

 

 

Die Bibelstelle in den Psalmen, 14,1 habe ich aus dem Hebräischen selbst übersetzt und die altindischen Bedeutungen für verschiedene Wörter eingefügt, wenn der Text ohne sie rudimentär und auch unverständlich sein würde. " Amar " z.B bedeutet im Hebräischen "sprechen". Die Sprache ist das stabile Element, durch welches als begrenztes Zeicheninventar all unsere Lebenserfahrung pulsiert, seit Menschengedenken. Von daher kann man die Verbindung zum Altindischen knüpfen, wo " amara " soviel wie "unsterblich" bedeutet.

 

Ich erachte die sogenannten " gängigen " Übersetzungen, so als ob sie sich gegenseitig abgesprochen hätten, als überlieferten Unsinn, der froh ist, überhaupt einen Sinn dem  "unverständlichen" Text entlocken zu können. Die gesamte, eine mühsam konstruierte Kontinuität erheischende                 "Übersetzungstat" ist wertlos. Wer will oder nicht anders kann, mag sich daran erbauen - lieb gewordene Vorstellungen, wahr sind sie nicht.

 

Zum ersten Wort der Bibel, " bereschit ", oder wie wir es aufgefaßt haben, BAR + SIT o. SYĀT läßt sich noch sagen:

 

Hätten wir anstelle des hebräischen Wortes BAR das altindische Wort PARA gewählt, so wäre der erste Gedanke zur Entstehung der Welt gewesen:

 

Ein höchster Gott sei   Eine äußerste Ferne sei   Eine höchste Spitze sei   Eine Allseele sei   Ein Fernliegen in Raum u. Zeit sei   Ein Vergangen u. Früher sei    Ein Zukünftig u. Später sei   Ein Folgend in Zeit u. Reihe sei   Ein Hinausgehen über sei    Ein Jenseitig sei   Ein Fremd, Verschieden sei   Ein Mehr als sei    Ein Besser o. Schlimmer sei   Ein Spätestes sei    Ein Äußerstes sei    Ein Bestes sei    Ein Schlimmstes sei    Eine Vollendung sei    Eine Erlösung sei

 

oder, mit der ai. Verbalwurzel PAR :

 

Ein Fördern sei    Ein Geleiten sei    Ein Durchbringen sei    Ein Hinübersetzen sei    Ein Hinausführen sei    Ein Erretten aus sei.       .

 

Diese Ableitungen sind nur möglich, wenn man sich mit dem Gedanken vertraut macht, daß keine der gegenwärtig benützten oder historisch bekannten Sprachen für sich allein den gesamten menschlichen Sprach- und Wortschatz besitzt, alle, oder ausreichend viele zusammengenommen jedoch den vollen Reichtum einer Ersten und Ursprünglichen Sprache wieder erblühen lassen. Dies zu zeigen ist eine meiner Absichten.

 

 

 Ein anderer Name Gottes in der Bibel, neben Elohim gleichermaßen häufig vorkommend, ist Jahweh = JHWH. So weit ich mich erinnern kann, hat noch niemand erklärt, warum Gott mit diesen 4 Buchstaben, JHWH, Laut für Laut vollständig beschrieben ist. Dies soll nun also geschehen.

 

Jahweh

 

" Jehova " oder " Jahwe ", wie das Wort oft geschrieben wird, ist keine korrekte Wiedergabe dieses Namens Gottes, was mir zeigt, daß er nicht richtig verstanden ist. Wer den Sinn kennt, wird das H am Ende des Wortes nicht auslassen.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, etwas darzustellen. Man kann es zeichnen oder malen, oder verschiedene Gefühle und Stimmungen in Musik umsetzen, wie dies in der Filmmusik sehr eindrucksvoll geschieht. Mit der Sprache hat es jedoch eine besondere Bewandtnis. Mit einem äußerst begrenzten Instrumentarium, dem Hauch aus der Kehle, der Bewegung der Zunge und ihrer Stellung zu den Zähnen, den Alveolaren, dem Gaumen usw., mit bewußt gesetzten Unterbrechungen des stimmhaften oder stimmlosen Luftstromes, mit diesen wenigen Modifikationen benennen und speichern wir unser ganzes Leben, all unsere Erfahrungen, von Generation zu Generation. Wer weiß, wo diese sprachliche Tradition begonnen hat? Es gibt immer ein Zuvor ..., sieht man es von der menschlichen Überlieferung her.

 

So wie es verschiedene Möglichkeiten der Erfahrung gibt, Erfahrungen gröberer Art, oder sehr feinfühlige Erfahrungen, so gibt es auch verschiedene Ebenen der Wahrnehmung innerhalb des Bewußtseins, grobsinnliche an der Oberfläche, subtile in ruhigeren Bereichen, weiter innen. Was man beobachtet, setzt man in Sprache um, kann es so speichern, aufbewahren, mitteilen, oder einfach zu einer späteren Ergänzung, Bearbeitung und Vervollkommnung vormerken.

 

Wir denken in Vorstellungen und Begriffen, halten diese in Worten fest und operieren mit ihnen. Unsere Begrifflichkeit reicht bis in den Bereich der Worte, also Lautkombinationen aus mehreren Lauten. Was die einzelnen Laute bedeuten, wissen wir gewöhnlich nicht. So gesehen ist die heutige Sprachwissenschaft eigentlich keine Wissenschaft, sie kennt ja nicht einmal ihre Elemente, die Laute, d.h. deren bestimmten Sinn kennt sie nicht.

 

Wo liegt der Ursprung der Sprache, d.h. die vollbewußte Setzung der einzelnen Laute, in bestimmtem Rhythmus, der richtigen Betonung, den notwendigen Unterbrechungen usw.? Worauf beziehen sich die geschaffenen Lautungen, was wird beobachtet, bevor es in Laute umgesetzt wird ? Die bewußte, bis ins kleinste Detail bewußte Schöpfung der Sprache finden wir z.B. in der vedischen Tradition Indiens. Die vedischen Seher setzen spontan in Laute um, was sie beobachten. Ihre Ebene der Beobachtung liegt sehr tief, für uns gewöhnlich nicht erfaßbar, und die Lautung, die hieraus entsteht, beschreibt darum sehr grundsätzliche, allgemein gültige Gesetze des Lebens, Aktivitäten des Bewußtseins, die aufgrund ihrer Allgemeinheit, in allen auch gröberen und ganz spezifischen Bereichen des Lebens Anwendung finden und unseren von Generation zu Generation überlieferten Lautbestand der Sprache ausmachen.

 

Den Namen Gottes, J H W H, Laut für Laut zu erklären, ist kein Problem, denn die Dinge werden mit fortschreitendem Wissen einfacher, wenn man in der rechten Weise lernt.

 

Also, beobachten Sie genau die physischen Vorgänge beim Sprechen, die Tätigkeit Ihrer Sprechwerkzeuge, und folgen Sie meinen Erklärungen, und Sie werden leicht sehen, wie Jahwe oder Jehova, wie man den Namen gewöhnlich schreibt, in und mit Ihnen wirkt.

 

 

 

J H W H     J A H W E H

 

J ( A ) : Im Hebräischen wird zur Bezeichnung von J und I der gleiche Buchstabe verwandt. So wird bei der Aussprache von J auch zuerst ein I gesprochen, wobei der Unterkiefer sich nach vorne schiebt, ehe bei der Aussprache JA der Unterkiefer zurückgezogen wird. Diese Bewegung ist vergleichbar mit einer Schaufel, die z.B. in einen Sandhaufen nach vorne hineingeschoben und dann beladen wieder zurückgezogen wird. Im geistigen Bereich heißt das, es wird ein bestimmter Begriff, eine bestimmte Vorstellung, einer begegnenden Wahrnehmung versuchsweise " untergeschoben ", in der Absicht, diese bestimmte Vielfalt so erfassen und         "einfahren" zu können, was dann auch geschieht.

 

H : Das auf JA folgende H ist das Verschlußsignal, das dem " Einfahren " der Mannigfaltigkeit ein Ende setzt, den Strom der hereinkommenden Vielheit also begrenzt, sei es, daß er für das Begreifen ausreicht, oder sei es, weil die Aufmerksamkeit ihre Höchstkapazität, ihre Grenze erreicht hat.

 

W : Die Bewegung zu W hin stellt die Zusammenfassung, Konzentration, die Verdichtung der Vielheit zu einer homogenen Einheit dar. Das Öffnen des W zum E hin stellt den Beginn, und das E schließlich den Vollzug der erneuten Expansion des Bewußtseins nach außen in Richtung Dinglichkeit dar, um erneute Erfahrungen zu machen.

 

H : Das H setzt diesem Expansionsdrang eine Grenze, d.h. stoppt, unterbricht ihn von einem inneren Befehl her. Warum? Vielleicht, weil die inneren Resourcen erschöpft sind, das Potential des Bewußtseins eine Grenze erreicht hat, es sich nicht weiter nach außen verlieren darf, eine weitere Öffnung und Aufmerksamkeit nicht möglich oder nicht ratsam ist.

 

So, knapp beschrieben, wirkt Gott in jedem Moment, zu jeder Stunde, an allen Tagen in uns, mit uns, und durch uns, wenn man ihn als J H W H ( Jahweh ) verstehen will. Wer da glaubt, er könne alle diese beschriebenen Vorgänge allein, bewußt, und in völliger Eigenregie vollbringen, den muß ich für einen Narren halten.

 

 

 

 

 

Zum Neuen Testament, Evangelium nach Johannes, 1,1

 


Der erste Satz im Johannes-Evangelium ( 1,1 ) lautet in lateinischer Umschrift:

En archä än ho logos, kai ho logos än pros ton theon, kai theos än ho logos.

 

Er wird gewöhnlich so übersetzt:

 

Im Anfang war das Wort ( ho logos ), und das Wort war bei ( pros ) Gott, und Gott war das Wort.

 

Nehmen wir gleich einen - wie auch immer, in erstaunlichem Gleichschritt - überlieferten Übersetzungsfehler vorweg:

 

Es muß heißen : " ... und das Wort war zu Gott hin ( pros ton theon ), ... ", denn " pros " mit Akkusativ ( ton theon ) heißt " zu ... hin " und nicht " ... bei ... ".

 


Außerdem ist es sehr beschränkt, " logos " kommentarlos mit " Wort " zu übersetzen. Weil nun logos ein Name für Jesus Christus ist, dürfte es wichtig sein, das ganze Spektrum der Bedeutungen von logos kennen zu lernen, zumal wir auch behaupten, das Wort logos gehöre zur selben Lautsippe wie elohim, müßte also mit gleichen oder ähnlichen Bedeutungen ausgestattet sein.

 

Die mehr als 50 verschiedenen Bedeutungen von logos, in eine sinnvolle logische Abfolge gebracht und erklärt sind folgende :

 

Logos bezeichnet zunächst einmal eine vorausgesetzte Kunde, Botschaft, eine historische Überlieferung, ein in Proportion und Verhältnis bereits Bestehendes. Ihm gegenüber existiert eine subjektive Erwartung, gleichfalls zu " Logos " gehörig, sowie eine Denkkraft, Vernunft, die sich bewähren muß. Es obliegt ihr, achtsam zu sein, zu berücksichtigen, was Wert und Geltung hat, Bedeutung besitzt. Dies ist die Voraussetzung für jegliche Überlegung und Berechnung, um daraufhin begründete Behauptungen aufstellen zu können, auf dieser Basis Vorschläge zu machen und Anträge zu stellen, etwas zu verheißen oder zu versprechen, da alles wohl begründet ist und dem erstrebten Zweck dienlich erscheinen mag. Im Sinne von logos - dem Verb legein entsprechend - ist es, aus einem gegebenen „Material" auszuwählen, aufzulesen, zu sammeln. Man muß prüfen, und letztlich wissen, ob das Gefundene dem Gesuchten entspricht, in ausreichend vielen Details. Wenn ja, so kann man ihm einen Namen geben, es sprachlich bannen und festhalten. Dieses Suchen, um letztlich zu finden, kann ein Durchwandern zahlreicher Regionen sein, in vielem vielleicht irrend, im Dahingehen von Zeit, wo eines dem andern folgt, sich ihm anschließt, haftet und hängenbleibt. ( Letztere Bedeutungen sind der altindischen Verbalwurzel " lag " entnommen, die - so behaupte zumindest ich es - dem griechischen " legein " und dem lateinischen " legere " entspricht.)

 

 

 

Nun setzen wir also ein, an Stelle des " Im Anfang war das Wort " die hier gefundenen Bedeutungen, z.B.:

 

1. Im Anfang war die Berechnung   2. Im Anfang war die Erwartung   3. Im Anfang war die Überlegung    4. Im Anfang war die Bedeutung    5. Im Anfang war die Behauptung   6. Im Anfang war die Verheißung   7. Im Anfang war der Vorschlag    8. Im Anfang war die Verabredung   9. Im Anfang war die Kunde, Botschaft   10. Im Anfang war die Denkkraft       11. Im Anfang war die Proportion, das Verhältnis   12, Im Anfang war das Wort, der Ausdruck usw.

 

Der Übersetzer entscheidet sich gewöhnlich für ein einziges Wort und vernachlässigt so gezwungenermaßen die anderen möglichen Bedeutungen aus dem Gesamtspektrum des Wortes. Aber er hätte doch wenigstens Einiges daraus andeuten sollen, z.B. daß Logos mit dem Fortgang der Zeit zu tun hat, mit einem Sammeln und Auflesen, also im übertragenen Sinne mit Suchen und Finden, Erfahrungen machen, mit dem Bannen der Vielfalt unter ein Wort, einen sprachlichen Ausdruck usw.

 

Er hätte dann auch den weiteren Verlauf des Textes richtig verstanden und v.a. wahrheitsgemäß übersetzt :

 


Im Anfang war der Logos , ein Suchen, Sammeln, Finden; und dieses war auf Gott hin ( pros ton theon ) orientiert, und Gott selbst war dieses " Suchen, Sammeln und Finden ", d.h. Gott war selbst dieses Werden, war auch im Werden - was doch niemand leugnen will anhand der Intelligenz, die überall waltet, und der ganze, von Gott nie verlassene Weg, war und ist ein Weg von Gott durch alles Werden hindurch zu Gott zurück.

 

 

 

 

Die Bedeutung des Gottesnamens Elohim, aus dem Hebräischen abgeleitet :

 

 

Den Sinn des Wortes Elohim aus den zahlreichen Sätzen abzuleiten, in denen es vorkommt, mag der zweite Schritt sein. Schneller gelangt man zum Ziel, wenn man den Lautbestand des Hebräischen befragt, z.B. alle Wörter, die ähnlich wie Elohim sich vorwiegend aus der Kombination Lateral (l) - Guttural (h, g, k, ch … ) zusammensetzen.

 


Anknüpfend an die Sinn-Beschreibung des griechischen Wortes Logos (l – g) oben und den Bedeutungen von ai. lag (sich heften, haften, hängenbleiben an, sich anschließen, folgen, erfolgen, zeitlich dahingehen) leiten wir aus dem Hebräischen ab :

 

l(e)gabej betreffs, in Bezug auf lagaz aufhäufen lagam schlucken l(e)gamre gänzlich, im Ganzen, absolut lahab strahlen, brennen l(e)haba in Zukunft lahut versessen, begierig lahat Glut, Begeisterung

 

l(e)halan im folgenden lach, lich Frische, Lebenskraft l(e)chud für sich, allein, separat lachuts gedrängt, gepreßt, gedrückt lachim kampffähig lachalutin absolut, gänzlich lechem Brot, Speise lachan Melodie

 

lachasch flüstern, vorsagen l(e)ka, lak dir lakad fangen, fassen likud Einigung, Zusammenfassung laken daher laqah geschlagen werden, erkranken laqoach Kunde, Klient laquj mangelhaft

 

liquj Mangel laqach nehmen leqach Lehre, Folgerung laqat sammeln, einsammeln laqaq lecken, naschen liqrat entgegen, in Richtung auf liqesch (Spätobst) ernten elak weiter

 

alchadir undurchdringlich, undurchlässig elokim Elohim

 

(Wo die Schreibweise von der heutigen Sprechweise abweicht, haben wir die historische Schreibweise beibehalten. Für „x“ steht die tatsächliche Aussprache nach nhd. Schreibung, also „ch“.)

 

 

Zusammenfassend erhält man für Elohim folgenden Begriff:

 

 

Elohim ist die Melodie des Lebens, Begeisterung, Frische und Lebenskraft. Es ist ein versessen Sein und Begehren, das einen Mangel voraussetzt. Elohim ist auch das Brot, die Speise des Lebens, ein Fangen und Fassen, ein Sammeln und Ernten; ein Aufhäufen oder ein Lecken und Naschen, ein Schlucken. Es ist ein Nehmen, ein Zusammenfassen, eine Einigung, eine wachsende innere Dichte - undurchdringlich, undurchlässig; zu einem Ganzen, Absoluten, das für sich, allein bestehen kann. Dies alles erreicht man als Klient, als Kunde des Lebens. Man folgt einer inneren Stimme, die in die Zukunft weist, im weiteren Lebenslauf sich bemerkbar macht, Bezug nimmt auf verschiedenes, Richtungen vorgibt, als Motivation zum Leben aufrüstet, uns weiter führt und aus allen negativen und positiven Erfahrungen die Lehre und Folgerung zieht, und daher für Dich da ist, Dir dient, und die späte Ernte des Lebens einbringt.

 


 

                                                   FORTSETZUNG  FOLGT