AGNI    -    Gott und Welt

 

 

 

 

Wenn es wahr ist, wie Maharishi Mahesh Yogi es erstmals verkündet hat, daß der Rigveda, der älteste indisch-arische Text, eine hierarchische Bedeutungsstruktur aufweist, so dürfen wir davon ausgehen, daß seine 10 Kapitel, genannt Mandalas, allesamt im 1.Kapitel (Mandala) enthalten sind, daß ferner dessen 191 Unterkapitel, genannt Suktas, alle im 1. Unterkapitel (Sukta) dargeboten werden, daß weiterhin dessen 9 Satzfolgen, genannt Ricas (gesprochen „Ritschas“) in der 1. Satzfolge (Rica) enthalten sind. Deren 3 Sinnabschnitte, genannt Padas sind im 1. Pada verfügbar. Dessen 8 Silben sind in der 1. Silbe AK enthalten, AK ist enthalten im 1. Laut A. A, so sagt Maharishi, sei der 1. Ausdruck des ganzheitlichen Wertes der Sprache, der in Atma, dem Selbst von jedermann kontaktiert werden kann.

 

Nun haben wir mehr als 200 Sprachen aus Sprachfamilien aller Kontinente daraufhin untersucht, ob sie untereinander verwandt sind, so sehr sie sich auch in Lautung und Bedeutung unterscheiden mögen, und wir konnten diese durchgängige Verwandtschaft verifizieren, dargestellt in dem Buch „Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde. Beginn einer Beschreibung“. Somit haben wir ein deutliches Indiz dafür, daß wohl alle Sprachen der Erde auf eine erste gemeinsame Ursprache zurückzuführen sind, aus der sie, sich differenzierend, allmählich entstanden sind..

 

 Es bleibt ferneren Zeiten überlassen, diesen Vorgang genau zu beschreiben. Wir haben beobachtet, daß es wohl zu allen Zeiten und in allen Völkern Sprachkundige gegeben haben muß, die den Zustand ihrer Sprache, so gut es ging, zu erhalten suchten, sie vor weiterem Verfall, vor weiterer Simplifizierung zu bewahren suchten. Diese Sprachempfindsamen kannten wohl die als 12, 27 oder auch als über 40, in jedem Fall aber in begrenzter Zahl auftretenden Grundlaute, die wir Phoneme nennen und sie annähernd als Buchstaben des Alphabets notieren. Ich bin sicher, daß auch die Bedeutung oder die Bezeichnungsfunktion dieser Grundlaute bekannt war, ist es mir selbst ja schon gelungen, sie teilweise zu rekonstruieren, und es wird dies auch vollständig möglich sein, für alle Sprachen.

 

 Nun haben wir nach Aussage von Maharishi Mahesh Yogi im Rigveda das Faktum, daß alle Laute und der gesamte Text des Rigveda aus dem ersten Laut A hervorgegangen sind, in ihm ihren Ursprung haben. So würden wir als erstes die Charakteristik, das Wesen des Lautes A zu beschreiben haben, danach den Sinn der Lautsequenz AK. Der erste in seinem Sinn bekannte Textteil, das erste Wort des Rigveda ist AGNI - AK wird in Lautanpassung an das folgende N zu AG, also AGNI, dessen Bedeutung gewöhnlich mit „Feuer“ angegeben wird, entsprechend dem lateinischen IGNIS oder auch dem litauischen UGNIS, beide gleichfalls mit „Feuer“ übersetzt.

 

 Ist es nun möglich, den Sinn von AGNI Laut für Laut zusammenzustellen und in einer Gesamtbedeutung wiederzugeben? Was wäre der tiefere Sinn für „Feuer“, der in Kürze den gesamten Text des Rigveda zusammenfassen könnte, als die sequentielle Entfaltung des Lebens, seine Evolution?

 

 Ja, es ist möglich, und es ist mir auch schon gelungen. Hier soll nun seine ausführliche Darstellung erfolgen, abgeleitet aus den hierzu betrachteten Sprachen der Erde, und in Beziehung gesetzt zum Leben als ganzes, in der Sprache der Linguistik, der Philosophie, der Theologie und der Spiritualität der Meditation.

 

 

 A

 

 Den Sinn des Lautes A leiten wir zunächst aus den Sprachen Ainu, Maasai, Lushootseed, der Aleuten, Tupi-Guarani, Seneca, dem Irischen, Koyukon-Athabaskan, dem Altindischen (Sanskrit), dem Vietnamesischen und Yir-Yoront ab.

 

Dies geschieht im Zusammenhang einer grundlegenden Lebensdynamik, wie sie sich aus der Meditationserfahrung beobachten und in Ausdrücken der Philosophie anschaulich schildern läßt.

 

Der allgemeinste Sinn von A ist sein, existieren, „existieren" im Sinne des lateinischen Wortes „ex-sistere" = "heraustreten, sich herausstellen".   „Heraustreten" woraus ?   Was war das Innen-Sein ?

 

 Nun, unser Bewußtsein hat zwei wesentliche Richtungen, mehr oder weniger zur Auswahl: Die Richtung nach außen, in die Welt der Dinge, und die Richtung nach innen. Erstere kennt jeder, es ist das allgemeine Interesse an der Welt, unsere tägliche Erfahrung. Die Richtung oder Wendung nach innen jedoch, also Rückzug von der Welterfahrung, von den Eindrücken der Sinne, gelingt uns - wohl auch mehr oder weniger erfolgreich - in der Ruhe des Schlafes, zu unserer Regeneration, zum Abklingenlassen der täglichen Eindrücke, zum Auftanken neuer Kräfte für den folgenden Tag.

 

Nun ist aber die Ruhe - selbst des angenehmsten Tiefschlafes - immernoch eine sehr oberflächliche Ruhe, verglichen mit der Ruhe, die man erfährt, wenn man den Geist auf seinem Weg nach innen wach hält, sodaß er noch tiefere und erholsamere Ebenen der Stille erfahren kann.

 

Dieser Vorgang wird auch genannt " Der Weg zur Mitte, Meditation ".

 

Man erfährt dabei ein Abgleiten in immer subtilere, feinere Zustände von Gedanken, bis man bei dieser zunehmend angenehmeren Erfahrung auch die feinst möglichen, kaum noch wahrnehmbaren Gedanken hinter sich läßt und nun ganz bei sich, ohne einen Gedanken, ohne Außenbezug, im reinen Sein ruht. Hier ist der Geist frei, ungebunden, ganz im Innern, in seiner Heimat, wo er sich wohl fühlt.

 

Weil dies ein Zustand ohne Gedanken ist, ohne ein Etwas, nennt man ihn treffenderweise das reine Sein oder das Nichts. Es ist der Grundzustand des Lebens. Von hier beginnt alles, und hierhin kommt es wieder zurück. Daß dieser Wechsel von Energie-Auftanken im reinen Sein oder Nichts, und dem darauffolgenden Schöpferisch-Sein oder Tätigsein draußen in der Welt nicht mehr harmonisch funktioniert, ist die schmerzliche Erfahrung unserer Zeit.

 

Das Abstandnehmen vom Grundzustand des Nichts ist also ein Nachaußengehen, der Beginn unserer (täglichen) Lebensreise, ein Sicheinlassen auf etwas, einer Absicht folgen, gleich wie ein Unternehmen, eine Firma intelligent geführt werden will und sich bewähren muß. Wir nehmen eine Rolle an, sind irgendwer, an einem Ort, in einer Stellung. Vieles wird uns begegnen.

 

 Wir nennen das In-der-Welt-sein auch "Tag" oder "Licht". Hier ist Zeit und Reihenfolge, Verstand, Einsicht, Begriffsvermögen, Annehmen einer Arbeit, Einschlagen eines Weges, hier sind Einflüsse, Räume, Anpassungen. Es kann ein Drängen, Stoßen, Sich-den-Weg-Bahnen geben. Immer aber sollte nie vergessen sein die Bewegung zurück aus der Hektik des Alltags zum stabilen Ursprung des reinen Seins oder Nichts, und von dort wieder gestärkt in die Wechselfälle des Lebens hinaus.

 

 A birgt in sich Vergangenheit, Zukunft und immer lebendige Gegenwart. Es ist die fortschreitende Erfahrung, die Suche nach ausreichender Vielfalt und ebenso nach deren Rückführung auf die Einheit eines möglichen Verständnisses, wie eines Wiedererinnerns.

 

A enthält die Richtung des Erlebens, seine Zielsetzung, seine Grenze, die einschränkende Wahl in aller Erfahrung, die Harmonie im Austausch der Lebenswerte. Es ist der Dreh- und Angelpunkt von Vergangenheit und Zukunft, von Endlichem und Unendlichem, von Gebundenheit und Freiheit, von vorübergehend Flüchtigem und gleichbleibend Beständigem, von Zeit und Ewigkeit, von Etwas und Nichts. Es ist wie ein Samenkorn: Geburt, Anfang, Herkunft und Quelle von allem. Alles Hoffen, Zweifeln und Trauern auf dieser Straße des Lebens kommt von ihm - wie ein Reinigungsprozeß, ein Bezahlen für Geschuldetes, aber auch ein Belohntwerden für Verdienstvolles.

 

Vieles mehr könnte man dazu sagen, aber wir beschränken uns auf das, was aus den oben erwähnten Sprachen abgeleitet werden konnte. Manches wird auch noch Erwähnung finden.

 

 

 

 

 

G

 

Nach A von AGNI ist nun der zweite Laut G von AGNI in seinen Bedeutungsfunktionen abzuleiten. Wir müssen dabei offen sein und die breite Palette aller Kehllaute zu Rate ziehen: k kh g gh ch h ... , denn ein-und dasselbe Wort wird bisweilen in einer Sprache z. B. mit K geschrieben, in der anderen mit G, oder auch innerhalb ein- und derselben Sprache wird nach Lautanpassungsregeln K zu G oder umgekehrt, ohne daß die Grundbedeutung des Wortes sich ändert.

 

Betrachten wir aber einmal das ganze Spektrum der Kehllaute, ob wir einen sinnvollen Fortgang, beispielsweise von H, dem schwächst-artikulierten Laut bis zu K erkennen können.

 

Im Hebräischen haben die mit ʾah - beginnenden Wörter die Grundbedeutung " lieben, gern haben, sympathisch sein " :

 

ahav lieben, gern haben ahava Liebe

ahad gern haben, zugeneigt sein ahud beliebt usw.

 

Der nächst gröbere Konsonant x ( gesprochen wie nhd. ch ) konkretisiert diese Bedeutung :

 

ax Bruder, Sanitäter axa'im Geschwister ( Plural )

ixéd vereinigen axdut Einigkeit

ixa zusammenfügen ixud Vereinigung, Union axizut Konsistenz, Dichte axat eins

 

Eine weitere Konkretisierung erfolgt durch G :

 

agad zusammenbinden eged (Wund -) Verband

aguda Verband, Verein igud Verbindung, Verband

 

Und schließlich K, hier nach neuhebräischer Aussprache mit x (= „ch“) wiedergegeben:

 

ixsen beherbergen, einquartieren ixsun Beherbergen, Einquartieren

ixles bevölkern, besiedeln ixlus Bevölkern, Besiedeln

 

Man sieht in all diesen Beispielen eine Tendenz des Zueinander, der Aufnahme, Annahme.

Das Gegenteil aber in diesen Beispielen:

 

ixzev enttäuschen ixzava Enttäuschung

axzav lügnerisch, trügerisch axzar grausamer Mensch

 

Das gemeinsame geistige Grundmuster für beide mit gutturalbesetzter Silbe beginnenden, aber der Bedeutung nach gegensätzlichen Gruppen, ist das Eingehen der Erlebnisvielfalt in den einenden Begriff, dessen Selektion, also die Aufnahme des Geeigneten, und die Abweisung alles Untauglichen.

 

Dies wird auch aus folgenden Beispielen klar:

 

ixpat es ist wichtig, kommt darauf an ax aber, nur

iken ausfindig machen ikun Ausfindigmachen

 

Es liegt hier in den Gutturallauten eine innere, subjektive Grenzziehung vor. Insgesamt ist es ein Vorzug des Hebräischen, vielleicht gegenüber vielen anderen Sprachen, den Sinn der Gutturale, auch in ihrer Abstufung - von h zu ch zu g - als bedeutsam erhalten zu haben.

 

Für alle Sprachen aber dürfte gelten: Das Kontinuum, ausgedrückt durch den ungehindert fließenden Lautstrom A, wird durch die Gutturale unterbrochen. Eine Art Stop-Signal wird gesetzt, zumindest eine gewisse Hemmung oder Verzögerung.

 

Nimmt man A als ersten Ausdruck der Ganzheit, so markiert K oder G seine erste Grenze, den weitesten Horizont, wie er innen, subjektiv, vorbereitet und gesetzt wird: A – G /.

 

Dies kommt wohl in allen Sprachen, wenn auch nur partiell, zum Ausdruck. Doch, nimmt man alle Sprachen zusammen, so erhält man ein Spektrum, eine Art Mosaik darüber, was in dem zweiten Laut - G oder K - folgerichtig alles geschehen muß, nach rückwärts orientiert und nach vorwärts orientiert.:

A G und G NI in A G N I.

 

Ich gebe nun die Bedeutung der Gutturale in verschiedenen Sprachen und fasse dann erklärend zusammen.

 

Im Altindischen hat Ka die Bedeutungen (nach Cappeller, Sanskrit-Wörterbuch) " Freude, Wasser, Kopf, sowie Gott als Herr der Wesen ( Prajāpati ) und Gott als Einheit des Veränderlichen und Unveränderlichen ( Brahman ). "

 

Im Altägyptischen bedeutet es "Persönlichkeit, Lebenskraft, Lebensgeister, Wille", und in einem gleichlautenden Wort "(lebensnotwendige) Nahrung, Speise". Ag bedeutet "pflanzen, wachsen lassen, aufsprießen lassen ". ( Nach Rainer Hannig, Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch ).

 

Im Laotischen hat als Adjektiv die Bedeutungen "geplant, in Aussicht genommen, vorausgedacht“, als Adverb bedeutet es " näherungsweise ", als Verbum "erwarten, schätzen, abschätzen, bewerten, veranschlagen, beurteilen, sich (einem Wert) nähern, raten, ahnen, vermuten". (Der Akut auf ká bedeutet "steigender Tonfall" ).

 

In Wik-Mungkan, einer australischen Aborigines-Sprache bedeutet aak "Grund, Gesetz, Platz, Tradition" und aakanah „ bis ".

 

In Meriam Mir, gleichfalls australisch, bedeutet agud " Gott ", und

in Yalarnnga bedeutet ka- " nehmen, bringen, tragen ( von Lasten ), tragen ( von Kleidung )."

 

Im Hebräischen bedeutet ke "wie, ähnlich wie, ungefähr, etwa", nach Gesenius hat es den allgemeinen Sinn, " ... daß ein Ding nach irgendeiner Seite hin ein anderes ganz oder doch in annähernder Weise aufwiegt. "

 

In Biloxi, einer nordamerikanischen Sioux-Sprache heißt ka "was, irgendetwas", aka

"annehmen, vermuten" .

 

In Lakota, gleichfalls einer Sioux-Sprache hat ka den Sinn "bedeuten, für etwas halten, betrachten, nach etwas fragen, fordern, verlangen."

 

In Lushootseed, einer Indianersprache der Salish-Gruppe, bedeutet káad "den Mund öffnen". - Man vergleiche damit altindisch khād "kauen". Man sollte diese Bedeutungen auch im übertragenen Sinne nehmen, so wie man auch sagt " Wir haben den Lernstoff nochmals "durchgekaut", oder statt "lernen" oder "verstehen": Jetzt hat er es "gefressen", oder "Eine schwer verdauliche Kost" usw. Es ist uns aufgetragen, von der dinglichen Welt auf die geistige Welt zu schließen.

 

In Aleutisch bedeutet kad-, kada- soviel wie "Front, Raum davor, Zeit davor".

 

In Maori, einer Südsee-Sprache, ist ka eine Partikel des Anfangs, wo eine Handlung in die andere übergeht, der Beginn einer anderen Begegnung.

 

Im babylonisch - assyrischen Glossar von Carl Bezold hat die Bedeutungen "so wie folgt" oder "so wie vorhergeht", „in dieser Weise, unter diesen Umständen, mit diesen Worten, nunmehr."

 

Die Berber-Sprache der Tuareg bietet reiche Beispiele für ah-, ag- und ak- :

 

ah sein in / innerhalb / inmitten ahamul Merkmal, Vorzeichen

ahanay Sicht, das Sehen, Sehkraft ahar verpflichtet sein, zu; müssen

aharet Sache ahaz sich nähern, nahe sein von

ahen befestigen, befestigt werden aher sich zusammenschließen, - passen

aher Spur

 

aga Schöpfeimer agey befestigen

agna Art, Wesen, Bevorzugung agu vorbereiten, anbieten, bereit sein

aggu oberhalb sein, betrachten aggad Vorsichtigkeit, Sparsamkeit

agadir Umfriedung, befestigter Speicher agdu gleich sein, übereinstimmen

agdu genügen

 

ak Ist es so? Ich frage mich ... ob? akk höher gelegen sein

akayad Prüfung, Aufmerksamkeit akal Land, Gegend, Gebiet; Boden, Sand

akey entfernt vorbeigehen, umgehen akel treten auf, betreten

akerrud Garbe, Bündel, Paket, Ballen akerrus Bauwerk

akku gehen zu, besuchen akru Koagulation, Gerinnen

akrus Konstruktion, Reglement aki zu sehr, zuviel,

aki vorbeigehen, übertreffen, hinausgehen über; vergehen, verschwinden; auf der Durchreise sein; geschehen; wachen, schlaflos sein.

 

 

ERKLÄRUNG :

 

A ist der erste Ausdruck der Ganzheit, des Absoluten - G oder K seine erste Grenze, der weiteste Horizont. Bis hierhin reicht das Wissen, bis hierher das relative Leben, bis hierher reicht der Plan, reicht die Absicht, reicht die Aussicht, reicht das Denken, reicht die Erwartung, die Schätzung, die Veranschlagung, die Bewertung, die Beurteilung. Diesem Wert muß sich alles nähern, ihn ahnend, ihn vermutend. ( Laotisch: Ka ).                                                                                                                   In diesem abgegrenzten Raum erfolgt die Weitergabe aller Information, allen Lebens. Es ist der Raum aller Gesetze, aller Tradition (Wik-Mungkan aak). In ihm wird das Leben gepflanzt, sprießt es auf, wächst es (Altägyptisch Ag). Es ist der Raum, wo Gott (Meriam Mir: agud) sich zum Ausdruck bringt, sich zeigt, indem er sich begrenzt, strukturiert (Tuareg: akrus). Persönlichkeit, Lebenskraft und Wille erscheinen, die Lebensgeister (Altägyptisch Ka). Freude kommt auf, die Wasser des Lebens werden zum Fließen gebracht. Gott erweist sich als Herr der Wesen, als Einheit des Veränderlichen und Unveränderlichen, kräftigend, stärkend, mehrend (Altindisch Ka). Er plant, entwirft, denkt voraus, bereitet den Weg für alles, was werden soll (Babylonisch-assyrisch ka, Laotisch ka). Er befestigt das Geschaffene, gibt ihm die entsprechende Dauer (Tuareg: ahen, agadir), die richtigen Maße (Tuareg: aggad).

 

Aus der Sicht menschlichen Lebens lassen sich die Berber-Tuareg-Worte in einem einzigen Zusammenhang verstehen, einiges in der Deutung von AGNI jetzt schon vorausgenommen:

 

Das erste Moment des Erfahrens oder Erlebens ist das Ruhen der Aufmerksamkeit inmitten der begegnenden Vielfalt ( ah = sein in / innerhalb / inmitten ), das Inter-esse. Hierauf, zum Beginn des Verstehens, erfolgt ein Vergleich ( n ) und Ausgleich zwischen der Erwartung des Wissenwollens und der Eigenrealität der begegnenden Vielfalt, beide Momente notiert in ahanay ( = Sicht, das Sehen, die Sehkraft ).

Es ist ein Befestigen, ein Befestigtwerden ( ahen ) der flüchtigen Mannigfaltigkeit, ihre Zusammenfassung zur Einheit eines Dinges, einer Sache ( aharet ), wobei aharet das Ende, die letztgültige Grenze ( t in aharet ) des Sich-Zusammenschließens und Zusammenpassens ( aher ) der Vielfalt ist, was - als letztgültige Grenze und schließliche Einheit - auch durch a g d u (gleichsein, übereinstimmen) notiert wird.

Dieses Sich-Zusammenschließen und Zusammenpassen heißt im Altindischen saṃsāra (Zusammenfluß, als Wesenszug der Welt ), ein Sich-Nähern, Nahesein (Tuareg: ahaz). Man hat in der Regel keine Möglichkeit, das zu verhindern ( ahar = verpflichtet sein, müssen ), weil man im Leben und Erfahren Sinn erwartet. Man sucht nach Merkmalen, Vorzeichen ( ahamul ). Man kann diesen Vorgang des Suchens und Sinn-Erwartens als das Interesse des Individuums bezeichnen, seine Lebensspur ( aher = Spur ).

So ist das ganze Leben ein Vorbereiten, ein Anbieten, ein Bereitsein ( agu ).

Die Begrifflichkeit, die ein Mensch zur Verfügung hat, um Welt und Wirklichkeit zu erfassen, ist gewissermaßen sein "Schöpfeimer" (= aga) gegenüber der Welt, gelenkt von seinem Interesse, was er bevorzugt, was eben sein Wesen ist, seine Art ( = agna : Das Auge ( ag ) des Vergleichs ( n ) ;     d.h. zwischen der Erwartung ( dem " Wissenwollen " ) und der befragten äußeren Mannigfaltigkeit, also inmitten dieser Beziehung von Subjekt und Objekt, fließt die absolute Intelligenz ein, die höher ist als unsere bisherige Begrifflichkeit und uns neue Erkenntnis bringt, Neues erschließt, und die wir dankend annehmen müssen, die von uns nicht kontrolliert werden kann, eine Gabe, die jeden, der dies erkannt hat, zu Bescheidenheit gegenüber diesem Höheren zwingt ).

Es ist der Aufstieg im Leben (aggu = oberhalb sein, betrachten; akk = höher gelegen sein), ein schrittweises und wohlbemessenes Vorankommen ( aggad = Vorsichtigkeit, Sparsamkeit; agdu = genügen ), eine Aufmerksamkeit, die man auch als Prüfung (= akayad ) bezeichnen kann, ein wiederholtes Betreten ( akel ) von Neuland, aber kein Überflutetwerden von Eindrücken, sondern ein Voranschreiten in wiederholter Selbstsetzung und Ruhe ( akru = Koagulation, Gerinnen ), ein Weg des Sammelns, Bündelns ( akerrud = Garbe, Bündel, Paket, Ballen ), umfriedet, ein befestigter Speicher ( agadir ), ein Bauwerk ( akerrus ).

 

 

Das nhd. Wort Gott oder engl god bedeutet den Raum oder die Bewegung zwischen der subjektiven inneren Grenze  (G, engl. g)  und der objektiven äußeren Grenze  (t, engl. d).                                   Ihm entspricht ai. gata  ( = gekommen, gegangen   -   geraten in, befindlich in, an, auf   -   haftend an   -   gerichtet auf, sich beziehend auf   -   vergangen, verflossen, verschwunden, dahin   -   allgemein:     Gang,  Art und Weise).

                                           

Nach  und  wären nun die Laute  und  zu erschließen, in der Betrachtung des ersten altindischen Rigvedawortes AGNI, das die hierarchische Sequenz in der Entfaltung des Lebens zusammenfassend bezeichnet.

Wir haben  AG  "Gott als Person"  genannt.  Das Lautkontinuun  wird unterbrochen, gestoppt, begrenzt, durch den Laut  G.     Das Unbegrenzte, Unendliche begrenzt sich, setzt sich eine Grenze, einen weitesten Horizont, indem es ein Erstes und Höchstes Wesen hervorbringt, das wir Gott als Person nennen, den persönlichen Gott, ein begrenztes Wesen (Person, Individuum), mit ganz spezifischen Eigenschaften, die maßgeblich sind, als Gesetze des Universums, als Richtlinien für das Leben in einer Welt.

Dieses erste und oberste Wesen, der Schöpfer und Regent des Universums, besteht vor der Schöpfung, ist getrennt von ihr, souverän und unabhängig.

 

Nun gilt es also, sein Gegenüber, seinen schöpferischen Spielplatz, die Welt zu beschreiben, und wie er zu ihr Verbindung aufnimmt.

Dies wird im Rigveda durch die Buchstaben  (Welt)  und  (Verbindung)  dargestellt, in dem ersten Wort  AGNI.

 

Beschreiben wir zuerst das Gegenüber des Schöpfers, die Welt,  I.

Die Sprache, die eine Welt und das Leben in ihr am ausführlichsten beschreibt, ist das Chinesische. Es hat circa 50 verschiedene Bedeutungsgruppen allein für die spezifische Lautgruppe  ji.  In chinesischen Wörterbücher folgt auf das  h  nicht das  i, sondern unmittlebar das  j.

Dies sind also die Bedeutungen zu  ji ,  der Welt.  Man mag diese Ausführungen so weit lesen, wie es beliebt.  Danach wird  beschrieben, die Brücke zwischen Gott und Welt.

 

 

DIE BEDEUTUNGEN FÜR  i = WELT  IM CHINESISCHEN

 

Als ersten Anhaltspunkt, auch zur Einschätzung des Chinesischen, erinnern wir uns an die Bedeutungen von  der Ainu-Sprache auf der japanischen Insel Hokkaido  :

 

i  =  intensivieren

i  =  Zeit;    Raum, Ort,

 

aber auch an das Altindische :

 

i  =  (Bewegung):   gehen, kommen, sich begeben zu, gelangen zu

        (Schicksal):     geraten in, zu teil werden, jemand angehen, um etwas bitten,

                               herkommen von, fliehen

         (Zeit):            verstreichen, vergehen, verharren

 

Im latinisierten chinesischen Alphabet folgt auf das  gleich  j ,  und die ersten Wörter lauten  jijidangjifa  usw. ,  wobei das Chinesische  -  für die Sinngebung notwendig  - zwischen verschiedenen Tonlagen ein- und desselben Vokales unterscheidet und in der latinisierten Schrift auch mit entsprechenden Zeichen versieht:  Steigender Ton, Fallender  Ton, erst fallender dann steigender Ton  usw.

Wir verzichten auf diese Markierungen, beschränken uns aber auf die ohnehin zahlreichen Wörter, die nur  ji  lauten, und beschreiben deren großen Sinnreichtum.

Circa 50 verschiedene ein- oder mehrzahlige Schriftzeichen werden alle ji ausgesprochen, nur vierfach unterschieden durch Tonschwankungen auf dem i ,  steigender Ton, fallender Ton usw.   Auf die noch viel zahlreicheren Worterweiterungen, wie jia, jia-, jie, jie- , usw., die gleichfalls interessant wären, wollen wir zunächst nicht eingehen, aus Zeit- und Raumgründen.

Nun sind zweifellos die chinesischen Wörter  nach Jahrtausenden ihres Gebrauchs  -  nur mehr lautlich verkürzt, so wie sie hier als  ji  vorliegen, aus verschiedensten ehemals längeren Wörtern erhalten geblieben.

Dieser Vorgang läßt sich sehr schön rekonstruieren, wenn man chinesische Wörter mit den etymologisch ihnen entsprechenden altindischen Wörtern vergleicht, wie es von mir in dem Buch  "Die gemeinsame Wurzel ..."  -  wohl erstmals überhaupt  -  dargestellt wurde :

 

 

Das Chinesische besitzt Entsprechungen zu den altindischen Verbalwurzeln TAR TARK TARJ TARD TARAṄG DAR DARBH DARŚ DHAR und im gesamten weiteren Wortschatz.

 

Zu TAR ( über etw. setzen o. schreiten, zurücklegen, durchmachen, durchleben, vollbringen, überwinden, glücklich entgehen, entkommen, sich retten, Med.: wettstreiten, retten oder weiterhelfen ):

 

dào Weg, Straße, Pfad; Lauf (des Wassers); Art und Weise, Methode                               

dào ankommen, gelangen, eintreffen, nach ... hin, bis, bis zu.                                                

dǎo führen, lenken, leiten, weiterführen, etw. hindurchgehen lassen

 

( á = steigender Ton à = fallender Ton ǎ = fallend - steigender Ton )

 

táo entgehen, entkommen, entschlüpfen, entfliehen, ...                                                      

táo kultivieren, erziehen, ausbilden, ...

 

 

 

Zu TARK ( vermuten, erwägen, halten für, im Sinne haben )

 

dào denken, vermuten, für ... (etw.) halten, ...

 

 

 

Zu TARJ ( drohen, bedrohen, schmähen ); J = nhd. "dsch".

 

tǎo eine Strafexpedition unternehmen, verurteilen, tadeln, anprangern                           

dǎo stören, belästigen, stänkern

 

 

 

Zu TARD ( bohren, durchbohren, erbohren, spalten, eröffnen, erschließen, freimachen )

 

tāo herausnehmen, herausholen, graben, aushöhlen                                                          

táo ausschöpfen, ausbaggern, ...                usw.

 

Aber die Sprecher pflegen doch aufzubewahren, was sie lautlich als Wesentliches des Wortes, als unverzichtbar empfinden.  So nehmen wir die Restwörter  ji   -  zugegebenermaßen etwas blind  -  in ihren Bedeutungen, wie sie heute eben vorliegen.

Im Taschenwörterbuch Deutsch-Chinesisch, Chinesisch-Deutsch. Peking University Press 1999, das wir hier verwendeten, sind die unter einem einzigen Wort aufgelisteten Bedeutungen oft kaum miteinander zu vereinbaren, sind divergent in ihren Bedeutungen.  Wir werden dies hier aber zufriedenstellend meistern.

 

Die chinesischen Wörter  ji , mit steigender, fallender oder fallend-steigender Stimme auf  i ,  können folgende Bedeutungen im Sinne von  "Welt"  annehmen, verstanden und interpretiert unter folgenden Ausdrucksweisen:

 

1.  Ausgreifen des Bewußtseins auf die Vielfalt, Mannigfaltigkeit außen.

2.  Das Subjekt kontaktiert das Objekt, das objektive Äußere. Kommunikation zwischen beiden,

    gegenseitige Einflußnahme, ein Austausch.

3.  Der Geist kontaktiert die Materie, Wechselwirkung beider:  Der Geist erfaßt, erforscht,

    durchleuchtet die Materie.  Die Materie besetzt den Geist.  Es bilden sich Inhalte.

4.  Einwirken Gottes auf die Welt, seine Kommunikation mit ihr.

 

Die Voraussetzungen des Kontaktes:

 

Hungrig sein, Hunger haben  (= Begehren aus einem Mangel heraus).

Glückverheißend, günstig, Glück  (= Erwartung eines Besseren).

Dringlichkeit, Notwendigkeit.

Eilends bestrebt sein, zu helfen.

Ein Anlaß, aus dem Augenblick heraus.

Abhängigkeit von jemandem, Angewiesensein auf jemanden.

Zeit, Gelegenheit  (allgemeine günstige Umstände aus dem Zeitverlauf heraus).

Los, Geschick  (Die Fügungen des Schicksals).

 

Die Art des Kontaktes:

 

berühren

aufeinanderstoßen, aufprallen

aufpeitschen, erregen, anreizen, hervorrufen

heftig, stark, ungestüm

angreifen, überfallen

einen Stoß austeilen, schlagen, zuschlagen

schnell, eilig, mit hoher Geschwindigkeit

es eilig haben, ungeduldig, dringlich

geschwind, hastig, rapid

dringend, eilig, ernsthaft

sich nähern, dicht an etwas herankommen

pressen, drücken, blinzeln ("verstohlene" Kontaktaufnahme)

sich drängen, sich zwängen

Taktik, List, Intrige

schicken, senden, anvertrauen, etwas zu treuen Händen überlassen

zu etwas greifen, anwenden

neiden, beneiden, mißgönnen

sich begegnen, sich treffen

 

Wechselwirkung:

 

anhäufen, ansammeln  (Erfahrung)

zügeln, in Schranken halten, einschränken  (Der kontrollierte Kontakt mit dem Außen)

sich aufhalten, bleiben, verweilen  (sich einlassen mit der Welt, sich beschränken auf einen bestimmten Raum, eine bestimmte Zeit  -  ein bestimmtes Erleben)

sich verzögern  (bewußtes Ausdehnen eines Erlebens)

Vorhaltung machen, streiten

spotten, verspotten, verhöhnen

fahnden  (Suche nach einer Schuld, einem Fehler)

gefangennehmen, verhaften  ("dingfest" machen der Schuld, des Fehlers)

Wasser schöpfen, heraufholen  (Ausschöpfen der Potentiale, Beginn der Kreativität)

hassen

neiden, neidisch sein, eifersüchtig sein

verabscheuen

zusammenstellen, edieren, redigieren  (Ordnung und Kreativität)

sammeln, versammeln  (Fülle der Erfahrung)

etwas auf die Spitze treiben  (auf ein äußerstes Ziel zusteuern)

jemandem bange machen

sein, bedeuten, nämlich  (Ergründung)

übernehmen  (bewußtes Annehmen eines Teiles der Welt zur weiteren Fortführung)

versorgen, liefern  (Wachheit an die Welt, Dinglichkeit an das Bewußtsein)

rechnen, kalkulieren  (Ergebnisplanung des Bewußtseins)

planen

eine Gedenkfeier veranstalten  (Tradition:  Die Welt erinnert sich an ein früheres Großes, dessen Gedenken sie dem geringeren Gegenwärtigen empfiehlt)

opfern, etwas zum Opfer bringen  (ein Angebot, in der Hoffnung auf Gegenleistung)

zubinden, zuknöpfen, schnüren  (Mechanismen, die Vielfalt zur Einheit zu führen)

im Gedächtnis behalten, sich merken  (bewußtes Annehmen der Welt im Bewußtsein, Inhalte)

sich Notizen machen, niederschreiben, notieren  (Vorbereitung, Welt anzunehmen)

fürchten, scheuen

vermeiden, sich von etwas fernhalten

aufgeben, sich etwas abgewöhnen

fortsetzen, fortführen  (Kontinuität, Tradition)

spinnen, drehen  (der kreativ-schöpferische Umgang mit der Welt)

 

Terminologie:

 

seit langer Zeit (bestehend), althergebracht, eingewurzelt  (Erfahrung, Tradition)

Produkt  (lat. pro-ductum "Hervorgebrrachtes")

Grundlage, Basis, Fundament  (Materie für das Bewußtsein, Bewußtsein als Wissen für den Umgang mit der Materie)

Radikal  (zu Ergänzendes, Suche nach Vervollständigung)

ungerade  (nach Ergänzung und Ausgleich strebend, ständiges Fehlen, Mangel)

abnormal, anormal, mißgestatlet  (Ungewöhnlichkeit, Unvollkommenheit)

nach einer Seite hängend, geneigt, schief (schlecht proportioniert, Gefahr des Einsturzes)

Rest, Restbetrag  (Was nach Abzug alles überflüssigen Beiherspielenden als Essenz übrigbleibt, die eigentliche Wahrnehmung)

Zaum, Halfter, Zaumzeug  (Die mentalen Mittel, um das Objektive, die Materie zu erfassen, zu bändigen, die Begriffe)

Maschine, Apparat, Gerät  (Die Mechanik, das Funktionieren der Weltbewältigung)

Angelpunkt, kritischer Punkt  ("Gelenk" und Moment der Entscheidungsfindung)

Gelegenheit, Möglichkeit, Chance  (Moment zu möglicher Verbesserung)

organisch  (lebendiges Gewebe der Inhalte des Bewußtseins)

geschickt, gewandt, findig  (Die Kreativität der Geistestätigkeit)

Muskel  (Instrumentarium zum Zusammenziehen der Vielfalt zu einer Einheit)

Krankheit, Unwohlsein, Leiden, Schmerz  (Disorganisation von Geist und Materie)

mager, dünn, schwach  (mangelnde Kreativität)

unfruchtbar, unergiebig  (schlecht verbindende Intelligenz, fehlende Resourcen, mangelndes Potential)

Buch, Werk  (Summe der Erfahrung und des Wissens)

Heimat, Herkunftsort, Geburtsort  (Usprung möglicher Erfahrung)

Mitgliedschaft  (Die in einem Begriff vereinte Vielfalt)

Marktplatz  (Ort des Austausches von "Ware" und "Geld", der zur Verfügung stehenden Erfahrungsvielfalt und dem Grad der Wachheit des Bewußtseins, dem "Geld", um "Ware" kaufen zu können)

Sammlung, Sammelband, Anthologie  (Das Gedächtnis)

Band, Teil, Folge  (Teilabschnitte in der Aufeinanderfolge von Erfahrungssummen)

zur rechten Zeit  (Timing in der Begegnung von Gott und Welt, von Bewußtsein und Materie)

und, sowie  (Weiterer Fortgang der Aufnahme von Materie durch das Bewußtsein, die Erweiterung der Inhalte)

Extrem, äußerste Grenze, Gipfelpunkt, Spitze  (Maximum des Inhaltsumfanges oder der Inhaltsdichte)

Pol  (Eines von Zweien miteinander Verglichenen)

äußerst, extrem, übermäßig, höchst, außerordentlich  (siehe Extrem, äußerste Grenze)

Rang, Ebene, Stufe, Klasse  (Inhalte der Würdigkeit nach, nach dem Grad ihrer Differenzierung sowie der Erfahrungs- und Erkenntnisdichte)

Schulklasse, Jahrgang  (Stadium der Reife)

Treppenstufe  (Stadium, erreichte Ebene des Aufstiegs)

aufgebracht, ärgerlich  (Mißlingen)

Wirbelsäule, Rückgrat, Rücken  (Gesetz, Recht, Ordnung, Angemessenheit, Sitte ;  beim Austausch von Bewußtsein und Materie ist es im Individuum das Interesse, die angeborene und im Leben modifizierte Lebensspur, allgemein die Tradition des Lebens)

vollgestopft  (Dichte der Bedeutungen und Bedeutungsverknüpfungen innerhalb eines Begriffes)

wieviel, einige, mehrere  (siehe "vollgestopft")

selbst, sich, persönlich, eigen  (im hegel'schen Sinne das Moment des "Für sich")

ausreichend, reichlich, genug  (Die Daten reichen aus, eine Frage zu beantworten)

still, ruhig, einsam, verlassen  (Das Subjekt für sich, das Objekt für sich)

Messer, Zähler, Meßgerät  (Die einfließende absolute Intelligenz, die eine Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung von Subjektivem und Objektivem bekannt gibt)

Fähigkeit, Technik, Kunstfertigkeit, Können, Kraft, Kunstgriff  (Know How Gottes an der Welt)

Jahreszeit, Saison, Periode, letzte Jahre einer Epoche, Ernte  (Zeitumläufe, Ergebnisse, Früchte)

schon, bereits  (bekanntgegebene Vollendung)

wenn ... dann ;  da nun  (Kausalität)

Notiz, Aufzeichnung  (Beginn der Überlieferung, Tradition)

Kennzeichen, Merkzeichen  (Was das Subjekt am Objekt erkennt, als Beginn weiterer Nachforschung)

Disziplin, Ordnung, Vorschrift  (Auswirkungen von Gesetzen)

Aufzeichnung, Chronik, Annalen  (Die offiziell festgehaltenen Daten der Tradition)

Grenze, Rand  (Das Äußerste in Raum, Zeit oder Planung)

zwischen, unter  (Einlagerung)

im Innern  (Das Subtile im Groben)

Zeit, Gelegenheit  (Mögliches Timing)

dann, danach, darauf  (Aufeinanderfolge in der Zeit)

Spur  (Lebensweg, sichtbare Zeichen eines Lebensinteresses)

Überbleibsel, Ruine, Rest  (das Letzte einer ausklingenden Schöpfung)

Verdienst, Tat, Leistung, Ergebnis  (Das letzte Resultat, der Gewinn aus einer vollendeten Schöpfung).

 

Die Welt kann ohne Gott nicht existieren, Gott besteht aber sehr wohl, auch ohne die Welt.

Sofern er seine Absolutheit, seine Trennung von der Welt aufgibt, Verbindung zu ihr aufnimmt, mit ihr kommuniziert, stellt er einen Vergleich zu ihr her, einen Ausgleich. Dies wird im altindischen Rigveda durch den Laut  bezeichet, im ersten Wort  A G N I .

 

Nun also zum nächsten Schritt.  Nach der Erklärung von  AG  als  Gott bei sich  und  I , der Welt ,  folgt nun die Beschreibung der  Verbindung  von  Gott zur Welt ,  nämlich  im ersten Rigveda-Wort 

A - G - N - I .

In  Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde  haben wir die Bedeutung von  als  Vergleich und Ausgleich zwischen Gott und Welt ,  oder  zwischen Subjekt und Objekt,  zwischen Geist und Materie ,  allgemein als  Vergleich  so abgeleitet:

bedeutet in Wörtern wie nhd. nein, nicht, nie,   engl. no, never, not,   lat. non, ne, neque   usw.  Verneinung,  im Altgriechischen jedoch das Gegenteil:  nai = wahrlich, fürwahr, ja , allerdings,  und im Altindischen (Sanskrit) kann  na  beides bedeuten, einerseits  "nicht, nein",  und andererseits  "wie, gleichsam". 

Was diese Gegensätze, Positiv und Negariv, Ja und Nein in sich vereint, ist der Vergleich.  Im Vergleich  achten wir auf  "ist nicht"  und  "ist wie".

Der Vergleich vollzieht sich im Menschen zwischen einem äußeren Beobachteten und einem inneren Verstehenwollen, einem zugrundeliegenden Wissen, man kann sagen, einem inneren angelegten Plan, und einer äußeren Wirklichkeit, die ihm gegenübersteht, einem Kontakt und Austausch zwischen beiden. Man kann es in der Philosophie oder der Spiritualität noch tiefer fassen:  Von einem Allerinnersten her, dem gedankenfreien Feld reinen Bewußtseins aus, ist sogar das Denken ein Äußeres, und man kann von diesem innersten Zustand her  -  er heißt im Altindischen Samadhi  -  auch alle Tätigkeiten des gewöhnlichen Bewußtseins wie ein Objekt beobachten.

Dieses allerinnerste gedankenfreie Bewußtsein, reine Wachheit, ist der einzige wahrhaft und exakt "objektive" Beobachter.  Alles andere, gedankenbesetzte gewöhnliche Bewußtsein ist getönt, spezifisch individuell "gefärbt", wir sagen "subjektiv", und meinen in den sogenannten objektiven Wissenschaften etwas Minderwertiges, eben nur Spezifisches, nicht allgemein Gültiges als Ergebnis dieser Art von Beobachtung.

Die Frage von Innen und Außen ist also verschieden zu beantworten, je nach Tiefe der Fragestellung.

Das Allerinnerste nennen wir "Gott".  Gott ist also in uns, als Innerstes unseres Bewußtseins, und wir können ihn kontaktieren, dort wo unsere gedankliche Aktivität aufhört, und das gedankenfreie, reine Bewußtsein beginnt.

Dieses gedankenfreie reine Bewußtsein ist völlig separat, getrennt von allem.  Darum sagt man von Gott, er sei absolut, das heißt aus dem Lateinischen übersetzt, von absolvere, "losgelöst, abgelöst, frei von", nämlich frei von allem, was außerhalb ist.  Er oder es hat eine völlig andere Qualität, ist unveränderlich, immer gleich, unvergänglich, während alles Äußere ständig wechselt, veränderlich, vergänglich ist.

N ist also eine Brücke, im eigentlichem Sinne zwischen dem Allerinnersten und dem von ihm getrennten Äußeren, wir sagen, zwischen Gott und der Welt. Es vermittelt zwischen Gott und der Welt, man kann auch sagen, zwischen dem Bewußtsein und dem äußeren Bereich, den wir "Materie" zu nennen pflegen.

Das gedankenbesetzte Bewußtsein, das mit Inhalten versehen ist, wäre also eine Zusammensetzung, eine Mischung von Bewußtsein und Materie.  Darum ist es auch spezifisch, veränderlich, nicht mehr rein. nicht mehr ganz klar, und darum zurecht "nicht mehr absolut zuverlässig" zu nennen.

So, wie für Gott das gedankenbesetzte Bewußtsein, das Denken, etwas Äußeres ist, so ist für das gewöhnliche gedanken-, also inhaltsbesetzte  Bewußtsein des Menschen die Welt etwas Äußeres, die er mit den Sinnen kontaktieren kann, und die er qualittativ als Materie von seinem Bewußtsein unterscheidet.

Wir nennen also N auch in diesem Sinne eine Brücke zwischen dem menschlichen Bewußtsein und der materiellen Welt außen. Aber der eigentliche, tiefere Sinn von N muß uns klar sein.

N vermittelt also  -  in jedem Falle richtig gesagt  -  zwischen Innen und Außen, und zwar, indem es vergleicht, nach Gemeinsamkeit und Unterschiedlichkeit sucht.

Es ist ein Ausgreifen des Bewußtseins auf die Mannigfaltigkeit der Welt, und ein Eingehen dieser Mannigfaltigkeit in das Bewußtsein, beides vermittelt über die Brücke N.

 

Sollten wir nun zusammenfassend die tiefere Bedeutung von AGNI angeben, das gewöhnlich als  "Feuer"  übersetzt wird, gleich dem lateinischen  IGNIS  oder dem litauischen  UGNIS,  so würden wir Laut für Laut formulieren, in kürzest möglicher Fassung:          A  -  G  -  N  -  I        =

Das unendliche Bewußtsein  -  sich begrenzend  -  in Vergleichen  -  sich fortpflanzend.

 

Dies entspräche einer Art Gegenwartsfront im zeitlich fortwährenden Grenzaustausch zwischen Subjekt und Objekt,  zwischen Geist und Materie,  zwischen reinem und gemischten Bewußtsein, zwischen Innen und Außen, zwischen Gott und Welt, was man sich bildlich als eine sich vorwärtsfressende Feuersfront vorstellen kann.

 

So mögen es vielleicht auch Friedrich Nietzsche und Heraklit von Ephesus gemeint haben, in ihrer Auffassung von  "Flamme"  und  "Feuer",  wie es in meinem Buch  Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde  beschrieben ist.

 

 

Wie  N, die Verbindung und Brücke zwischen Innen und Außen, dem Bewußtsein und der Materie, zwischen Subjekt und Objekt, Gott und Welt, in die innere Logik der Sprachen eingeflochten ist, sei hier angedeutet :

 

 

N - Brücke und Verbindung zwischen Innen und Außen, Gott und Welt, Bewußtsein und Materie

 

 Die Grundbedeutung von N in AGNI ist : Vergleich, mit seinen Momenten "ist nicht" und "ist wie". Der Vergleich vollzieht sich zwischen Innen und Außen, Gott (AG) und Welt (I), Bewußtsein und Materie, Subjekt und Objekt, Ruhendem und Beweglichem, Unvergänglichem und Vergänglichem, in beiderlei Richtung.

 

Im HEBRÄISCHEN stellt sich als Erstes die Frage nach der Richtung des Suchens: "Wohin?" (' ʾana). Dann wird die Begegnung eingeleitet, das Aufeinandertreffen (ʾina) von Bewußtsein und Materie. Die Tiefe der Begegnung wird ausgelotet (ʾanach), auf welcher Ebene der Abstraktion sie stattfinden soll, im Ausloten der Gemeinsamkeit und Unterschiedlichkeit. Das Bewußtsein trifft auf die rohe (naʾ), noch nicht kultivierte Materie. Es zwingt (ʾanas) sie zu einer wechselseitigen Gemeinschaft (' ʾanu), die Vielen fügen sich zu einem einzigen Einen (naʾa), da ja nun ein Sinn stiftendes einendes Bewußtsein (naʾot) vorhanden ist. So wird die rohe Materie kultiviert, man nennt es Bildung, Aufklärung (naʾor). Die Ausdrücke "Ich" (ʾani, ʾanochi) und "Mensch" (ʾenosch) gehören gleichfalls zu diesem Sinnkreis von N im Rahmen jenen Geschehens.

 

Dies war ein kleiner Ausschnitt aus der inneren Logik des Hebräischen, wie Lautung und Sinn sich systematisch entsprechen, hier im Rahmen der Erklärung des N, der Brücke zwischen Bewußtsein und Materie.

 

Erweiterungen wie niwdal (abgesondert, verschieden, abseits), oder das Gegenteil niwchar (auserwählt, gewählt) beschreiben z.B. die mißlungene oder erfolgreich gelungene Suche nach Gemeinsamkeit, im Abtasten von Subjekt und Objekt, Bewußtsein und Materie, Gott und Welt.

 

Es ist völlig unmöglich, der logischen Fülle des Hebräischen - in diesem hier gestellten Rahmen - auch nur annähernd gerecht zu werden. Dabei befinden wir uns erst ausschließlich beim Buchstaben N, und hätten selbst hier noch das 30-Fache zu erklären vor uns.

 

In (scheinbarem) starken Kontrast zum Hebräischen führen wir nun die logische Einbeziehung des Buchstabens N in so abweichenden Sprachen wie den Indianersprachen Nord- und Südamerikas vor.

 

In der TANANA-Sprache (Athapaskan-Eyak-Sprachen, Alaska) wird N, die Verbindung zwischen Bewußtsein und Materie als eine Front (naat = in front of) beschrieben, auch als ein Angesicht

(- nii' = face), als ein Schauen (- naagn' - "eye, eyes"), als Auge (eye) der Einheit wohl von seiten des Bewußtseins aus, als mehrere Augen (eyes) wohl von der Vielheit der Materie aus. Es ist zunächst ein Suchen (ndáy = Wo ist es?), dann ein Anbieten (na' - "hier, nimm es!").

 

HAIDA (Na-Dene, Alaska) betrachtet diese Verbindung zwischen Bewußtsein und Materie, Gott und Welt, als ein Spiel (Naanggang = playing), TLINGIT (Na-Dene, Alaska) zunächst als eine Lokalisierung (na' - hier), dann - von seiten der Materie - als eine Bewegung stromaufwärts

(nán-dei, oder naakee = upstream), nach innen (neil, neil-dei = inside), nach Hause (nel yi = at home). Es ist dabei so, als ob das Bewußtsein sich Kleider anlegt (na'at = clothes), die Materie wird zu Inhalten des Bewußtseins. Man könnte diese ganze Bewegung auch als die Überbrückung eines Gegensatzes ansehen, als These (AG- = Bewußtseinsvoraussetzung) - Antithese (I = materielle Eigengestalt), und die Synthese durch N in AG - N - I , vielleicht im hegel'schen Sinne, mit N als Vermittlung. So ist als Bezeichnung dieses Dreischrittes das Wort nas'k der Name für die Zahl 3.

 

ABENAKI PENOBSCOT (Algonkin, Maine, USA) sieht N als eine Bewegung nach überall hin (na = everywhere) an, zugleich aber auch als ein Zentrum, das sowohl das Bewußtsein (nia = Ich) und die Bewegung ins Bewußtsein (nia = mich, nia = mein), als auch die Gestaltung und den Zusammenhalt der materiellen Vielheit (n' = wir, niona = wir, uns) enthält, letzteres als Sache

(ni = that), als Hinzufügung (ni = also, and), in einem Zeitablauf (ni = then), in bestimmter Art und Weise (ni = so), in einem bestimmten Raum lokalisiert (ni enni = there), aus einem bestimmten Grund (ni nawa = therefore).

 

In MOHEGAN (Algonkin ; New York, Rhode Island u.a.) ist der erste Ausdruck von N, wie im Altgriechischen, eine Bejahung (nay = yes, nuks = yes), also eine bereitwillige positive Öffnung zur Welt. Dann erfolgt an sie eine Frage (natotum - = ask), denn man hält ja nach etwas Ausschau (natskam - = look for it), ehe man findet (nām - = see it, naw - = see him). Damit ist der Beobachtungsplatz gefunden (nitay = that place), an dem man zum Objekt Verbindung aufnimmt (nashpi = with; naspi = with). Nun kann man lernen (nihto = he learns it). Die Vielfalt fügt sich schließlich zur Einheit einer Erfahrung oder Erkenntnis (nuqut = one vgl. (u)nu(s) - (e)kat

= ausschließendes Moment der Eins - aufnehmend einschließendes Moment der Eins siehe Über den Sinn der verschiedenen Namen für die Eins in Die gemeinsame Wurzel aller Sprachen des Planeten Erde ), das Bewußtsein befreit sich aus dem Zweifel, und die Materie geht in die Freiheit einer höheren Ordnung ein (nayawi = free ; nuwiyāmo = I am fine).

 

Dieser Vorgang kann aber auch mißlingen, sei es, daß die Erfahrungsdaten der Materie nicht ausreichen (notáh shá = not enough, insufficient), oder es ihrer zu viele sind, und es noch einer weiteren Klärung und Analyse bedarf (nitõp = it's been too long).

 

HOPI (Uto - Aztekisch, Arizona) stellt die Übereinstimmung von Subjekt und Objekt, Bewußtsein und Materie so dar : - n = wie, ähnlich wie, dieselben Charakteristika habend, in der geeigneten Weise, im gleichen Umfang.

 

Aus dem CHEYENNE (Algonkin, Algic; Montana, Oklahoma) entnehmen wir, daß das Erste

(nó'tom) das Bei-sich-selbst-Sein (neeme'tá) ist, einfach und klar, bloß (neeme'se-). Dann erfolgt eine Rückschau auf das Frühere, Vergangene (nésta). Nur aus diesem Potential heraus (né'ova) kann die Suche beginnen (nêheve = say that way ; nó'otseh = nachgehen, nachlaufen, zu erlangen suchen ; nóhpa- = had to, so that, in order to), hieraus erfolgt die Überlegung (nônáoht), dann erst das Beginnen (nóheto = let's go! go ahead), das Suchen, das Forschen (noht-, nohtse, nôhtsem) :

 

So lang darf das Gesuchte sein, so weit entfernt soll es sein (nêhe'esó), solche Menge (an Details) soll es enthalten, so lange soll es in der Zeit sein (nêhe'éše-), dann und dann oder so soll das Ende (nêhe'še) sein. Wo (naa) will man suchen? Nach alledem erst kann die Suche beginnen (néhov). Ein Know-how (nôhtóv) muß vorhanden sein, über den Weg (nêheš), über die Verantwortung und die eigenen Fähigkeiten (néé'tá). Dann kann man sich dem Gesuchten nähern (nóht), ihm nahe kommen (nóhtsêhót). So mag das Gesuchte irgendwann in Erscheinung treten (nóestsé). Schließlich sieht man ein Signal, ein Zeichen (ne'evá). Ein "Hier!" (nóáhe) ertönt, und man versucht, zu ihm Verbindung aufzunehmen, gelangt zu ihm (nôhtsem), hält vor ihm an (néé'é). Man betrachtet das Gefundene, unterscheidet (nésov- = separate) seine Details (nóháso = anything), prüft seine Zusammensetzung (ne'tove = mixed, together), seine Geschlossenheit (nó'é = nähen ; nót = nähen, flicken), ob alles darauf hindeutet, darauf hinweist (ne'evá), daß es das Wichtige, die Hauptsache (né'ta'e) ist, ob man es als das Beste, Optimale (nános) anerkennen (naná) kann, ob es das gesuchte Eine (néehove) verkörpert, repräsentiert (ne'evá ; néé'tov), ob es so aussieht (nóno'e) in allen Eigenschaften wie das erstrebte Ideal, ob man es identifizieren kann (ne'evá), sodaß es zur Wahl empfehlenswert erscheint (nééh). Dann wählt man es aus, um es anzuwerben. Wird es vom Besitzer freigelassen, läßt er es los, erlaubt er seinen Weggang (nétse'á), trennt er sich von ihm (né'ta'e), holt man es (nohta), entfernt man es von ihm, entzieht es (né's), nimmt es an sich (no-), nachdem alles an einem Platz ist (naest).

 

Rein auf das Bewußtsein bezogen, ist das der Vorgang, wie Subjekt und Objekt, Bewußtsein und Materie sich gegenseitig abtragen, abnutzen und aufzehren (ná'ta'á).

 

Dieses Geschehen kann natürlich auch mißlingen. Es kann sein, daß das Objekt sein Geheimnis nicht preisgibt, sich verdeckt und verschleiert hält (nó'oem), daß es sich blockiert, versperrt (nehp-), oder daß das Objekt nicht gewählt wird (nooht ; nâhest), weil es zu verschieden (néta'e ; nétahe) vom Gesuchten ist, so wie man unter Fremden und Feinden (nót) keine Verbündeten erwartet. Es mag eben ganz außerhalb liegen, weitab vom Rand, ganz außerhalb des Weges (no'óhtó'e). Oder die vorgesehene Zeit der Suche ist überschritten, das Timing läßt ein weiteres Geschehen nicht zu (nóv- = langsam, spät ; nótse = zu spät).

 

 

 

                                                   FORTSETZUNG  FOLGT